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Johaug bezwingt Andersson im Massenstart in Falun

Therese Johaug (NOR, Fischer ***) hat trotz der wenig selektiven Strecke in Falun (SWE) den Sieg im Massenstart geholt. Über zehn Kilometer im freien Stil ließ sie Ebba Andersson (SWE, Fischer ***) und Heidi Weng (NOR, Fischer ***) hinter sich. Bei den Herren hatte sich zuvor Ivan Yakimushkin (RUS, Fischer ***) den dritten Rang gesichert.

Das Tempo war bei den Herren vom ersten Kilometer ungewöhnlich hoch, geschuldet der durch den Schneemangel sehr leichten Strecke ohne besondere Schwierigkeiten. Hans Christer Holund (NOR, Fischer ***) sorgte auf den ersten Runden für Tempo, so dass nach der zweiten Runde nur noch 29 Athleten zur Spitzengruppe gehörten. Dem hohen Tempo fielen im Laufe des Rennens immmer mehr Athleten zum Opfer, die sonst in Massenstarts in die Top10 laufen, wenn sie vorher im Windschatten mitschwimmen konnten. Vor der letzten Runde kämpften noch sieben Athleten um den Sieg, drei weitere mühten sich mit einigen Sekunden Rückstand um Anschluss. Iivo Niskanen (FIN, Fischer ***) war der erste Läufer, der aus der Spitzengruppe zurückfiel und dem Tempo von Alexander Bolshunov (RUS) nicht mehr folgen konnte. Nur Sjur Røthe (NOR) konnte mit dem Russen mitgehen, musste sich im Zielsprint aber Bolshunov geschlagen geben. Im Ziel ließ er sich feiern: Mit 190 Punkten an diesem Wochenende durch Platz drei, Bonuspunkte und den Sieg hat er fast das Optimum herausgeholt - der Gesamtweltcup-Zug ist für Johannes Høsflot Klæbo definitiv abgefahren, sofern der Russe gesund bleibt. Im Zielsprint holte sich Ivan Yakimushkin den dritten Platz vor seinem Landsmann Andrey Melnichenko (RUS, Fischer ***) und Hans Christer Holund. Finn Hågen Krogh (NOR, Fischer ***) wurde Siebter vor Jan Thomas Jenssen (NOR, Fischer ***) und Iivo Niskanen.

=> 15km F Mass Falun (SWE)

Mit den Änderungen des geplanten Wettkampforgramms und der leichten Strecke war kaum jemand zufrieden - sowohl bei Damen als auch bei Herren. Aber was soll man machen? "Schade dass nicht 15 Kilometer gelaufen werden und im Einzelstart. Und wo ist der Mördarbakken?", meinte auch Kerttu Niskanen (FIN, Fischer ***) vor dem Start. "Das ist schade, aber das ist dieser Winter. Wir müssen es so nehmen, wie es kommt." Außerdem machten sich die Ausläufer des mitteleuropäischen Sturmtiefs auch in Schweden bemerkbar, vor allem beim Damenrennen. Auf ähnlich leichten Strecken wie zum Beispiel in Québec (CAN) hatte sich Therese Johaug in der Vergangenheit schwer getan, die Distanzrennen für sich zu entscheiden. Heute gab sie wie gewohnt Vollgas und es gelang ihr, das Feld immer mehr auseinanderzulaufen. Nach der Hälfte der ersten Runde konnte ihr nur noch Heidi Weng folgen, die auf dem nächsten Kilometer das Tempo weiter hochhielt. In der Abfahrt zum Stadion gesellten sich mit Ebba Andersson und Astrid Uhrenholdt Jacobsen (NOR) zwei weitere Athletinnen zu ihnen, aber schon zu Beginn der zweiten Laufrunde wurde Jacobsen klar, dass das Tempo für sie zu hoch war. Die Norwegerin fiel zurück zu Frida Karlsson (SWE, Fischer ***) und beide versuchten lange Zeit, den Rückstand nach vorne wieder zu verkürzen. Während das Trio vorne gut zusammenarbeitete und der Abstand zu dem Duo wuchs, machte dort meist die Schwedin das Tempo, bis sie völlig erschöpft war. In der letzten Runde verloren sowohl Heidi Weng als auch Frida Karlsson den Kontakt zu ihren Weggefährtinnen. Vorne sah alles nach einem Duell zwischen Johaug und Andersson aus, aber die Schwedin hatte gegen die Norwegerin keine Chance. "Das war ein sehr harter Kampf, aber ich hatte Kräfte für die letzte Runde gespart. Dann habe ich noch einmal Gas gegeben, um eine Lücke zu den anderen herauszulaufen. Ich wusste, dass der Sprintanstieg wichtig ist. Ich bin sehr zufrieden, Massenstart im freien Stil ist nicht mein Favorit. Außerdem war der Schnee sehr langsam", so Johaug. Hinter Ebba Andersson belegte Heidi Weng den dritten Platz. Durch das hohe Tempo bildete sich eine große Verfolgergruppe ab Platz sechs, in der sich auch Natalia Nepryaeva (RUS, Fischer ***) wiederfand. Die Russin erwies sich gegen Rennende als stärkste Läuferin der Gruppe und konnte sich Ende der dritten Runde zusammen mit dem norwegischen Youngster Helene Marie Fossesholm (NOR), die sich wie Frida Karlsson mit hoher Startnummer erst durch das Feld kämpfen musste, absetzen. Im letzten Anstieg löste sich die 18-jährige Norwegerin von der Russin und holte sich den fünften Platz trotz eines Sturzes, Nepryaeva wurde Sechste. Anamarija Lampic (SLO, Fischer ***) kam als Siebte ins Ziel vor Ragnhild Haga (NOR, Fischer ***), die in der zweiten Runde im schwierig zu fahrenden Omega gestürzt war. Frida Karlsson hatte sich in ihrem Comeback-Rennen nach ihrer Zwangspause offenbar übernommen und fiel am Ende noch auf den neunten Platz zurück. "Ich war ein wenig übermotiviert", meinte sie.

=> 10km F Mass Falun (SWE)

* = Fischer skis

** = Fischer skis and bindings

*** = Fischer skis, bindings and boots