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Fahr schnell, aber stirb nicht: Kyle Smaine im Portrait

Der in Lake Tahoe lebende Kyle Smaine hat entdeckt, dass das Skifahren nicht nur in der Halfpipe Spaß macht.

Kyle Smaine Selfie

Freeride-Athlet Kyle Smaine, 31, stammt vom South Lake Tahoe und ist seit 2015 Mitglied im Fischer-Team. Seine Vorliebe für Abenteuer in den großen Bergen hat ihn um die ganze Welt geführt und wenn er nicht gerade Gipfel in fernen Ländern erkundet, ist er mit seinem Lieblings-Fischer-Schuh, dem Ranger Pro 130, und seinem Lieblingsski, dem Ranger 102 in Sierra in Tahoe unterwegs.

"Ich hasse es, mich mit Entscheidungen über die richtige Ausrüstung zu stressen. Ich schnappe mir einfach jeden Tag diesen Schuh und fahre los: egal ob Skigebiet, Backcountry oder Park - der Ranger Pro Schuh macht einfach alles mit."

Smaine hat eine wesentliche Rolle bei der Entwicklung des Ranger 102 Ski gespielt. "Ich war sehr stark an den Tests und der Entwicklung der neuesten Linie beteiligt. Es ist so cool zu sehen, wie die Ski, an denen wir 3 Jahre lang gearbeitet haben, für die breite Masse zugänglich werden.  Es ist ein Prozess, von dem ich als Kind, das mit dem Skisport groß wurde, immer geträumt habe", sagt er.

Kyle Smaine Lake Tahoe POV

Was sind die 3 wichtigsten Dinge, die wir über Dich wissen sollten?

1. Ich liebe es einfach die Berge zu erkunden.

2. Ich sterbe für Süßigkeiten und Gebäck.

3. Hohe Berge bringen mich zum Ausflippen.

Lieblingszitat oder persönliches Motto?

Fahr schnell und stirb nicht

Was war der größte Durchbruch in deiner Skikarriere?

Vielleicht mein letzter Pipe-Contest überhaupt, der Mammoth Grand Prix 2018. Es war die letzte Chance sich für Olympia zu qualifizieren. Ich habe völlig unerwartet gewonnen und wurde so der erste Ersatzmann für das US-Olympiateam. Danach bin ich nie wieder in der Pipe angetreten. 

Ich denke, ich hatte viele Momente, die manche als Durchbruch bezeichnen würden: der Gewinn der Weltmeisterschaft 2015, der Einzug ins Finale der X Games, der dritte Platz bei War of Rails, der fünfte Platz bei der Dew Tour Breckenridge und der zweite Platz bei der SFR Tour (der erste hätte mir einen Startplatz bei den Euro X Games eingebracht). Aber ehrlich gesagt hatte ich nicht das Gefühl, dass irgendetwas davon einen signifikanten Einfluss auf meine Karriere hatte. Ich habe nicht mehr Sponsoren bekommen und ich habe nicht mehr Geld verdient... oder überhaupt Geld.  Ich nehme an, es hängt davon ab, was man als Durchbruch definiert.

Ehrlich gesagt, sehe ich nur einen einzigen Punkt,  der die Entwicklung meiner Karriere positiv verändert hat, und zwar der Ausstieg aus dem Leistungssport: Die Konzentration auf das Skifahren für die Seele, bei anderen die Leidenschaft für diesen Sport zu wecken und allen zu zeigen, wie toll Skifahren sein kann. Das alles hat meine Karriere am meisten beeinflusst.  

Kyle Smaine oberhalb von Lake Tahoe

Was sind deine Lieblingsbeschäftigungen / Hobbys (neben dem Skifahren natürlich)?

Auf jeden Fall Mountainbiken und Surfen. Bei beiden Sportarten muss man, genau wie beim Skifahren im Hier und Jetzt sein und sich konzentrieren. Beide haben außerdem dieses Abenteuerelement, bei dem man auf der Suche nach neuen Orten und guten Bedingungen ist. Nur ist es dabei ein bisschen wärmer.

Wo warst du noch nicht und wo würdest du gerne mal hinfahren (bevorzugt zum Skifahren)?

Eine spannende Frage! Die Lofoten oder die Lyngener Alpen in Norwegen. Skifahren im Frühling in den Fjorden, wo man vom Meer aus auf 1.000 bis 1.500 Meter hochgehen und dann von solch spektakulären Gipfeln abfahren kann, das muss ich unbedingt mal machen.

Was war dein ergreifendster Moment?

Auf jeden Fall der Gewinn des Mammoth Grand Prix. Genau ein Jahr zuvor hatte ich mich am Knie verletzt und alles was ich tun wollte, war diese Abfahrt, auf die ich so hingearbeitet hatte, zu fahren. Das Ergebnis war mir eigentlich egal, ich wollte nur gesund werden und diesen Lauf in meinem Kopf festhalten. Am Ende zu gewinnen und die Begeisterung und Unterstützung von allen zu sehen, war überwältigend. Es gibt so viele Menschen, die einem die Daumen drücken, auch wenn man es nicht weiß. 

Ein lachender verschneiter Baum auf einer Skitour

Was sind deine zukünftige Ziele/Projekte/Träume/Ambitionen?

1. Skifahren in tollen Bergen mit tollen Leuten.

2. Die Liebe und den Nervenkitzel des Skifahrens mit Leuten zu teilen, die vielleicht von alleine nie auf die Idee gekommen wären, Ski zu fahren.

3. Mithelfen, Produkte zu entwickeln, die das Skifahren für die Menschen angenehmer machen.

Wer ist für dich derzeit ein Mentor oder ein Vorbild?

Ich würde sagen Daron Rahlves, Cody Townsend und Sammy Carlson. Alle drei haben unglaubliche Skikarrieren hingelegt. Zu sehen, wie Cody und Sammy sich auf Bereiche konzentrierten, in denen sie verglichen mit Profis, die sich auf diese Nische spezialisiert haben,  nicht so erfolgreich waren, und sich trotzdem dafür entschieden haben, ist einfach toll. Sie hatten keine Angst vor ihren Schwächen und nutzten stattdessen die Gelegenheit, diesen völlig anderen Aspekt des Skifahrens zu entdecken und sich selbst herauszufordern.  Zu lernen, sich weiterzuentwickeln und sein fahrerisches Können und seine Fähigkeiten auszubauen - das ist der Inbegriff dessen, warum ich Skifahren so cool finde. Selbst innerhalb des Skisports gibt es so viele Disziplinen und Nischen, dass man immer etwas Neues machen oder lernen kann. 

Welchen Rat würdest du dir selbst zu Beginn deiner Wettkampfkarriere geben?

Konzentriere dich auf die Sache an sich, nicht auf die Ergebnisse.  Als ich jünger war, habe ich mich oft gestresst, weil ich in bestimmten Disziplinen gut abschneiden musste. Das waren zugegebenermaßen wichtige Veranstaltungen, bei denen man gut abschneiden musste, um sich für eine Serie oder andere große Veranstaltungen zu qualifizieren.  Man kann nicht sein Bestes geben, wenn man versucht, sich nur auf das Ergebnis zu konzentrieren. Man muss sich auf den Moment konzentrieren und sich darauf vorbereiten, das zu tun, wozu man zu diesem Zeitpunkt in der Lage ist. Dann bist du in der Lage, gute Leistungen zu erbringen und gute Ergebnisse zu erzielen.