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Skifahren lernen: Tipps und Tricks für Anfänger

Skifahren – das ist Winterspaß im Geschwindigkeitsrausch. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass man das Skifahren auch tatsächlich beherrscht. Doch keine Angst, auch als Erwachsener kann man die hohe Kunst des lässigen Carvens meistern und auf der Piste eine gute Figur machen. Wir begleiten dich an deinem ersten Skitag auf Schritt und Tritt und verraten dir wertvolle Tipps und Tricks für deinen Crashkurs (hoffentlich ganz ohne Crash!).


Skifahren selber lernen – geht das überhaupt ohne Kurs?

Wenn man an einem sonnigen Samstag im Winter so auf der Piste unterwegs ist, hat man das Gefühl, dass noch jeder irgendwie die sonnenbeschienen Hänge hinuntergekommen ist. Trotz Schwerkraft ist das allerdings nur bedingt richtig, denn ein bisschen Rutschen kann jeder, aber die richtige Technik will definitiv erlernt sein!

Kinder, die in unmittelbarer Nähe zu den Bergen aufwachsen, stehen häufig schon im frühsten Kleinkindalter auf den Brettern. Ab ca. 3 Jahren fahren sie zwischen den Beinen der Eltern mit oder machen schon im Kindergarten einen Zwergerlkurs.

Aber auch im Erwachsenenalter kannst du Skifahren noch lernen, selbst dann, wenn deine Skifahrtage bereits Jahrzehnte zurückliegen oder du noch nie auf Ski gestanden bist.

Es muss nicht immer ein Skikurs sein, wobei mehrtägige Kurse im Rahmen eines Skiurlaubs oder am Wochenende schon sehr hilfreich sein können, um etwas Höhenluft zu schnuppern und sich von der Skifahrbegeisterung anstecken zu lassen. Doch auch hilfsbereite Freunde, die geduldig Instruktionen erteilen, können dir zu ersten Erfolgserlebnissen verhelfen.


Ausrüstung: Das A und O des Skifahrens

Vor deinem ersten Skitag stellt sich die Frage nach dem entsprechenden Material. Am wichtigsten ist, dass deine Skiausrüstung praktisch und funktional  ist. Zudem kommt es auf die richtigen individuellen Einstellungen deines Equipments an: Die Skischuhe dürfen nicht drücken und die Skistöcke weder zu kurz noch zu lang sein.

Richtig angezogen auf die Piste

Auf der Piste erweist sich das Zwiebelprinzip, das wir seit frühester Kindheit kennen, als ganz besonders ratsam. Diese Kleidungsstücke solltest du anziehen:

  • bequeme und atmungsaktive Funktionsunterwäsche
  • Skisocken, die nicht rutschen
  • einen Fleecepullover an kalten Tagen
  • Stirnband oder Mütze
  • Skijacke
  • Skihose
  • Skihandschuhe
  • Skibrille
  • Skihelm (es herrscht zwar nicht überall Helmpflicht, trotzdem ist Schutz wichtig!)

Ski für Anfänger

Das Skifahren macht dir Spaß, sodass du schon vom nächsten Powder-Abenteuer träumst? Dann müssen wohl eigene Ski her, sofern du dir bisher nur welche ausgeliehen hast. Aber wie um alles in der Welt soll man sich auskennen bei Parametern wie Skilänge, Skibreite, Taillierung, usw. usw.?

Am besten lässt du dich umfassend beraten. Viele dieser Parameter sind einerseits abhängig von deiner Körpergröße und deinem Gewicht, andererseits aber auch davon, welche Art des Skifahrens dir am meisten Spaß macht.

Unsere Tipps für die besten Anfängerski:

  • Länge: Etwas kleiner die eigene Körpergröße (zwischen Kinn- und Stirnhöhe)
  • Breite und Taillierung: geringere Taillierung (vergibt Fehler eher)
  • Material: eher weich (Achtung: auf eisigen Flächen hast du damit weniger Grip) 


Auf die Skier, fertig, los! – So ziehst du die Ski richtig an

Wie komme ich denn eigentlich in die Bindung? Vielleicht fühlt sich das bereits wie das erste unüberwindbare Hindernis an. Aber keine Sorge, mit dieser einfachen Erklärung stehst du im Handumdrehen auf Ski:

  1. Leg die Ski parallel zueinander auf den Boden und achte darauf, dass sie quer zum Hang liegen, damit sie dir nicht abhauen. Die Stopper an der Bindung müssen nach unten zeigen.
  2. Klopf den Schnee von deinen Skischuhen und entferne ihn – wenn nötig – mit dem Stock aus dem vorderen Teil der Bindung.
  3. Steig nun in den Talski (der Ski eben, der näher zum Tal liegt), indem du die Schuhspitze zuerst in den vorderen Teil der Bindung setzt, dann drückst du die Ferse fest nach unten. Ein Klicken sagt dir, dass du alles richtig gemacht hast. Dieselbe Prozedur wiederholst du mit dem zweiten Ski und fertig.

Die Stöcke kannst du verwenden, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Aber Achtung: Immer von unten durch die Schlaufe greifen, sonst kannst du dir ziemlich wehtun, falls du doch hinfällst.


Vor dem Skifahren: Aufwärmen & Dehnen

Wir garantieren es dir: Am Abend wirst du merken, dass du den ganzen Tag auf den Beinen warst. Es werden schließlich Muskeln mobilisiert, die man sonst nicht braucht und von deren Existenz du bisher vielleicht noch nicht einmal etwas geahnt hast.

Um die Verletzungsgefahr möglichst zu minimieren, solltest du dich nicht sofort voller Enthusiasmus die Piste hinunterstürzen, sondern erst einmal einige Dehn- und Aufwärmübungen machen. Warm wird dir so gleich auch noch, denn schließlich trägst du dein Skigewand ja bereits.

Zu den beliebten Aufwärmübungen gehören:

  • Arme kreisen lassen
  • Hüfte kreisen lassen
  • Ausfallschritte

Außerdem solltest du deine Bein- und Hüftmuskulatur möglichst dehnen. Zu sehr übertreiben solltest du es dabei aber nicht; wenn du eine leichte Dehnung spürst, ist das völlig ausreichend. Mit diesen Übungen geht’s:

  • auf einem Bein stehen, eine Ferse bis zum Gesäß ziehen, kurz halten und Bein wechseln.
  • einen großen Ausfallschritt machen und das hintere Bein durchstrecken, auch hier wieder das Bein wechseln.
  • mit einem Bein einen großen Grätschschritt zur Seite machen, Hände in die Hüfte legen und den Oberkörper zu gleichen Seite neigen, zehn Sekunden halten und dann die Seite wechseln.


Aller Anfang ist… leicht: Tipps für deine ersten Schwünge

Gut gedehnt kann es losgehen. Skifahren ist im Grunde nichts anderes als elegant einen Berg hinunterzugleiten und dabei das Gewicht so zu verlagern, dass die Ski genau das machen, was du willst.

Klingt einfach und ist mit unseren Schritt-für-Schritt-Übungen auch gar nicht so schwer. Übrigens: Sobald du einmal am Hang bist, brauchst du die Stöcke erst einmal nicht mehr, einfach in den Schnee stecken und volle Konzentration an den Tag legen.



1. Erstmal im Flachen ausprobieren

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, aber so mancher Skianfänger schon einmal (oder sogar mehrmals) auf die Nase. Deshalb am besten erst einmal in aller Ruhe auf einer ebenen Strecke ein Gefühl für die Ski bekommen. Ein bisschen wie langlaufen auf Alpinski.

Anfangs kannst du einfach mal etwas rutschen, du kannst versuchen, etwas zu hüpfen, die Knie nach außen oder nach innen zu drehen und einfach mal ein Bein anzuheben.

Wusstest du, dass du mit Ski am Fuß auch Tretroller fahren kannst? Einfach einen Ski ausziehen (die Bindung löst du, indem du mit der Spitze deines Skistocks auf den hinteren Backen deiner Bindung drückst), mit einem Fuß abstoßen und mit dem anderen wunderbar dahin gleiten. Natürlich kannst du auch mal versuchen, dich fest abzustoßen und mit parallelen Ski gleichzeitig zu gleiten.

Schon hier solltest du im Hinterkopf behalten, dass der Schwerpunkt deines Oberkörpers nicht zu weit hinten sein sollte. Sonst setzt du dich schnell mal unfreiwillig in den Schnee.



2. Bremsen lernen

Beim Skifahren lautet die erste Grundregel: Wer nicht bremsen kann, verliert!

Du solltest immer das Gefühl haben, dass du deine Ski voll unter Kontrolle hast. Dein bester Freund dafür ist der Pflug (auch als Pizza oder als V-Form bezeichnet). Ganz folgerichtig formst du dabei ein V mit deinen Skispitzen. Achtung: Die sollten sich nicht überkreuzen, sonst landest du schnell auf der Nase, dazwischen lieber einige Zentimeter Platz lassen.

Nimm die Stöcke zur Hilfe, um erstmal im Stehen zu üben. Die Fußspitzen weisen zueinander, die Knie gehen nach innen, die Hüfte öffnet sich. Wenn die Bewegung einmal sitzt, kannst du dich noch ein bisschen mehr auf die Skistöcke stützen und in den Schneepflug springen.

Wenn du dich sicher fühlst, geht die Fahrt los. Dreh deine Schulter so, dass du gen Tal schaust und dreh deine Skispitzen in einen kleinen Pflug. Stoß dich ab und lass dich einige Meter weit gleiten, bevor du die Fersen auseinander-, die Knie nach innen und die Innenkanten deiner Ski in den Schnee drückst. Damit solltest du sofort zum Stehen kommen.

Wiederhol das ganze Prozedere so lang, bis es dir in Fleisch und Blut übergangen ist. Siehst du, Skifahren lernen – oder sollten wir besser sagen: Bremsen lernen – ist gar nicht mal so schwer.



3. In vollem Schuss

Im nächsten Schritt ist etwas Mut gefragt. Denn Schuss fahren heißt, dass du einfach mal bergab fährst und dabei wahrscheinlich ein bisschen was an Geschwindigkeit aufnimmst. Dazu suchst du dir ein Gelände aus, das am besten nicht zu steil ist und einen weiten Auslauf, vielleicht sogar eine kleine Steigung am Ende, hat.

Jetzt geht es im Treppenschritt ein Stück hinauf. Dabei stellst du deine Ski parallel auf und positionierst dich selbst quer zum Hang. Dann geht es Ski um Ski und Schritt für Schritt nach oben. Dort angekommen, wendest du dich dem Tal zu.

Die Ski werden hüftbreit nebeneinander aufgestellt, außerdem gehst du ein bisschen in die Knie, sodass deine Schienbeine die Skischuhe berühren. Um diese Beugung zu verstärken, kannst du auch die Hände auf die Knie geben. Und los geht die Fahrt, indem du den Oberkörper leicht nach vorne neigst.

Wenn es dir zu rasant wird, kannst du immer wieder auch zwischendurch den Pflug einbauen und leicht abbremsen, dabei merkst du gleich, ob du auch wirklich die Kontrolle über deine Ski hast. Wenn du sicherer wirst, kannst du auch die Skienden immer mal wieder kurz anheben oder sogar kleine Sprünge einbauen.



4. Den Dreh raus: So machst du deine ersten Kurven

„Bögele“, lautet der Ruf, den man zumindest auf österreichischen Skipisten immer mal wieder vernimmt. Meist ertönt er aus dem Mund besorgter Eltern, deren Kinder sich waghalsig im Schuss die Piste hinunterwerfen. Aber wie lernt man eigentlich, diese Kurven zu fahren?

Am Anfang steht einmal mehr der Pflug. Das ist zwar zugegebenermaßen etwas anstrengend, hilft dir allerdings, kontrolliert und sicher um die Kurve zu kommen.

Für eine Linkskurve kippen Füße, Knie und Hüfte nach links. Das Gewicht wird auf den Talski verlagert (also den rechten Ski), dessen Innenkante aufgekantet wird. Damit der Körperschwerpunkt garantiert richtig ist, kannst du in der Kurve auch die Hände auf die Knie deines Talskis legen oder die Stöcke quer in die Hand nehmen und parallel zur Kurvenführung mitnehmen.

Ob die Belastung wirklich richtig ist, siehst du, wenn du das kurveninnere Bein kurz anhebst, das sollte nämlich problemlos möglich sein.

Fahr so einige Kurven bis sich die Sicherheit einstellt. Stück für Stück wirst du fast automatisch nach den Kurven deine Ski parallel stellen. Für diese Übung eignet sich ein Gelände am besten, bei dem du etwas Schwung bekommst, ohne dass es zu steil ist. Deine Schwünge kannst du anfangs ruhig groß machen.

Wer weiß: Wenn du die Pflugbögen dann schon drauf hast, kannst du vielleicht bald zum Parallelschwung und zum Carving übergehen. Warum Skifahrer nicht dauerhaft im Pflug unterwegs sind? Das wirst du wohl am eigenen Leib zu spüren bekommen: Es ist sehr anstrengend und auf Dauer beginnt deine Hüfte zu schmerzen.


Keine Angst vor Stürzen

Die meisten Menschen haben weniger Angst vor dem Skifahren als vor den Stürzen, die damit einhergehen können. Die schlechte Nachricht zuerst: Hinfallen gehört irgendwie dazu. Deshalb solltest du gleich von Beginn an lernen, wie du richtig stürzt und wieder aufstehst. Klingt komisch, ist aber wichtig.

Wenn du fällst, löst sich aus Sicherheitsgründen die Bindung deiner Ski. Trotzdem solltest du erst dann aufstehen, wenn du nicht mehr rutschst. Damit du nicht ohne Ski bis ins Tal hinabrutschst, bremst du deine wilde Fahrt am besten durch einen beherzten Griff in den Schnee ab.

Sind die Ski noch an deinen Füßen, stellst du sie wieder parallel und quer zum Hang auf, die Stecken werden hinter deinem Körper in den Schnee gesteckt, bevor du dich an ihnen hochziehst. Im Normalfall bist du so im Nullkommanichts wieder auf den Beinen.

Damit du trotzdem nicht alle paar Meter im Schnee landest, gilt: Umsichtig fahren und dich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Auch auf der Skipiste gibt es Regeln, an die du und alle anderen um dich herum sich halten sollten. So wird Skifahren zur sicheren Sache.  


Liftfahren leicht gemacht

Auch beim Anstellen am Skilift haben viele ein mulmiges Gefühl im Bauch. Die komfortablen Kabinenlifte, bei denen die Ski in eine seitliche Halterung gesteckt werden, erscheinen da noch einigermaßen unkompliziert.

Doch wie funktionieren Sessel- oder gar Schlepplifte, wo doch vor allem letztere berühmt-berüchtigt und im Internet in vielen Pannenvideos heimlicher Star sind? Bei allen Liften gilt: Ruhe bewahren, nicht stressen, Liftfahren ist keine Zauberei.

Bei einem Tellerlift stellst du dich einzeln an, bei Doppelbügelliften paarweise. Du nimmst beide Skistöcke in eine Hand und stellst dich in Fahrtrichtung in die Trasse, schaust nach hinten und greifst nach dem Bügel oder Teller. Die Hinterseite der Oberschenkel gegen den Bügel lehnen und sich ziehen lassen, dabei leicht in die Hocke gehen, aber nicht hinsetzen. Wichtig: Halte deine Ski den ganzen Weg hinauf parallel.

Steig zur vorgeschriebenen Seite aus, lass dabei den Bügel los und mach Platz für die nächsten Ankömmlinge. Wenn du doch aus irgendeinem Grund fällst, solltest du versuchen, möglichst schnell aus der Lifttrasse zu kommen.


Das perfekte Skigebiet für deine ersten Skiversuche

Vielleicht hast du schon einmal von der Pisteneinteilung gehört. Da gibt es die schwarze Piste für Vollprofis und Geschwindigkeitsfanatiker, die rote Piste, die mittelschwer ist, und die blaue Piste mit einem Gefälle von maximal 25 %. Und dann ist da noch der Kinderhang. Dieser ist für deine ersten Schwünge vollkommen ausreichend und bietet genau die Sicherheit, die du benötigst.  

Ein Skigebiet mit vielen blauen Pisten ist dann die beste Wahl, vor allem, wenn es sich um ein Gebiet handelt, das nicht allzu viel befahren ist. Auch wenn es ein bisschen langweilig klingt: Nimm dir für den Anfang nicht zu viel oder zu steile Hänge vor.


Skifahren in einem Tag?! - So lang brauchst du, bis du Skifahren kannst

Ein Tag auf der Piste reicht nicht aus, um aus dir einen Abfahrtsweltmeister zu machen, so viel ist sicher. Wie lang es aber wirklich dauert, bis du dich mit eleganten Parallelschwüngen durch den Powder bewegst, ist schwer zu sagen. Es hängt von deinem allgemeinen Fitnesszustand genauso ab wie davon, wie schnell du den Bogen raus hast (im wahrsten Sinne des Wortes) und auch davon, wie viel du dir selbst zutraust.

Wer ehrgeizig genug ist, um schnell Fortschritte sehen zu wollen, plant am besten einen mehrtägigen Skiurlaub oder geht mehrmals in kurzen Abständen hintereinander zum Skifahren. Es gilt das alte Sprichwort: Übung macht den Meister! Und das Coole beim Skifahren ist ja: Irgendetwas Neues gibt es immer noch zu lernen, ob das nun Tiefschneefahren oder eine neue Technik ist. Man lernt also nie aus beim Skifahren!