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Johaug und Klæbo gewinnen Bergsprint der Ski Tour

Therese Johaug (NOR, Fischer ***) und Johannes Høsflot Klæbo (NOR, Fischer ***) heißen die Sieger des ersten Bergsprints im Langlauf Weltcup in Åre. Die Norweger gewannen somit die ungewöhnliche dritte Etappe der Ski Tour. Heidi Weng (NOR, Fischer ***) wurde Zweite.

Zeit aufholen gegen Therese Johaug? Mit diesem Sprint war das nicht wirklich möglich.... "Das kann man nicht als Sprint bezeichnen, nur die Länge ist die eines Sprints!", meinte Therese Johaug und Sprintspezialisten wie Lucas Chanavat (FRA, Fischer ***) wählten in Interviews dieselben Worte. Dementsprechend kam der Kurs der Norwegerin entgegen, auch wenn sie sich einen richtigen Sprintkurs für die Fairness in der Ski Tour gewünscht hätte. Schon im Prolog war Therese Johaug 4,5 Sekunden schneller als Heidi Weng, im Viertelfinale konnte sie dann aber zunächst nicht ihre Stärken ausspielen: Als Distanzläuferin kam sie nicht so schnell aus den Startlöchern und das Überholen gestaltete sich schwierig auf dem nur 666 Meter langen Kurs mit einem kleinen Anstieg, einer Steilkurve und einem langen Anstieg, der schon als Mördarbakken bezeichnet wurde. Am Ende konnte sie sich aber mit Weng durchsetzen, wie auch im Halbfinale, obwohl sie nach der Startpassage den anderen mit einigen Metern Abstand hinterher lief. Im langen, steilen Anstieg spielten ihr dann die anderen in die Karten: Hätten sich die Athletinnen wieder über die gesamte Strecke verteilt, hätte Johaug wieder Slalom laufen müssen - aber alle Damen reihten sich hintereinander rechts am Anstieg ein, links war alles frei für Johaug zum Überholen und dem ungefährdeten Einzug ins Finale zusammen mit Heidi Weng.

Auch im Finale blieb wieder alles beim Alten: Mit einer Reaktionszeit von 0,59 Sekunden war Johaug mit Abstand die langsamste am Start und hatte nach dem ersten kleinen Anstieg und der Steilkurve wieder einen kleinen Rückstand auf die ersten Fünf. Vorn bestimmten zunächst Linn Svahn (SWE, Fischer **) und Jonna Sundling (SWE, Fischer **) das Geschehen. Nun startete Johaug wieder ihren Angriff, nutzte eine Lücke in der Mitte, kurz danach ging links eine Lücke auf: Johaug lag nun Seite an Seite mit Heidi Weng und Astrid Uhrenholdt Jacobsen (NOR) an der Spitze. Aber die Teamkolleginnen konnten Johaugs Tempo nicht mitgehen, so dass die Ski Tour-Führende mit klarem Vorsprung ihren ersten "Sprint"-Sieg ihrer Laufbahn einfuhr. Rang zwei ging an Heidi Weng, die in der Ski Tour 1:07 Minuten hinter Johaug liegt. Astrid Uhrenholdt Jacobsen sorgte für ein rein-norwegisches Podium. Jonna Sundling kam als Vierte ins Ziel und Linn Svahn wurde Sechste. Die 31-jährige Johaug jubelte ausgiebig über ihren Erfolg und lief im Ziel auf und ab, während die anderen fünf Athletinnen noch völlig erschöpft am Boden lagen. "Das war ein verrücktes Rennen. Wie man ja weiß, ich mag es, wenn es bergauf geht. Das war mein Tag! Das kann man jetzt nicht als Sprint bezeichnen, aber es ist schön, ganz oben auf dem Treppchen zu stehen. Ich bin sehr glücklich", so Johaug.

=> Sprint F Åre (SWE)

=> Ski Tour after three stages

Aus den besten Zehn der Gesamtwertung mussten Martin Løwstrøm Nyenget (NOR, Fischer ***), Hans Christer Holund (NOR, Fischer ***) und auch Dario Cologna (SUi, Fischer ***) bereits im Prolog die Segel streichen, andere wie der Sprintweltcup-Zweite Lucas Chanavat oder auch Alexander Bolshunov (RUS) taten sich schwer. Während sich der Franzose dann in den Heats wie auch seine Teamkollegen überraschend stark präsentierte, war für Alexander Bolshunov im Halbfinale nach einer Kollision mit Simen Hegstad Krüger Endstation. Im Finale waren zunächst Federico Pellegrino (ITA) und Lucas Chanavat vorne, als es steil wurde, griff Johannes Høsflot Klæbo an, der sich von den Konkurrenten absetzen konnte. Pål Golberg (NOR) wurde Vierter und behauptete damit die Führung in der Ski Tour. Alexander Bolshunov liegt nach seinem achten Platz 23 Sekunden hinter ihm. Lucas Chanavat war im Anstieg völlig blau wie auch Erik Valnes (NOR, Fischer ***), die weit abgeschlagen das Ziel erreichten. "Es war ein hartes Rennen", meinte auch Johannes Høsflot Klæbo."Aber es hat Spaß gemacht und am Ende habe ich alles gegeben. Das hatte ich mir vorgenommen vor dem Anstieg und am Ende war dann die Lücke da. Es war ein guter Tag. Schön, dass das Selbstvertrauen wieder da ist. Ich hoffe, dass das in den nächsten Tagen weiter anhält."

=> Sprint F Åre (SWE)

=> Ski Tour after three stages

* = Fischer Ski

** = Fischer Ski und Bindungen

*** = Fischer Ski, Bindungen und Schuhe