Das Tourentagebuch

Fischer Transalp 2016 - Das Tourentagebuch

Am Sonntag hieß es für die acht TeilnehmerInnen, drei Berg- und Skiführer, Axel Naglich sowie zwei Betreuer der Firma Fischer Sachen packen und ab nach Reschen im Vinschgau (IT) aber bereits der erste Tourentag (Montag) gestaltete sich anders als erwartet.

Mehr dazu in unser Tourentagebuch von Martin Eisenknapp (Produktmanager, Tour Fischer Sports):

Tag 1: Vna – Vna (ursprünglich geplant von Reschen nach Tschlin)

Aufgrund der guten Wetterbedingungen haben wir uns für eine attraktivere und längere Eingehtour über den Piz Arina (1200hm) von Vna nach Tschlin entschieden. Das Wetter war, wie erwartet, fast wolkenlos und somit hatten wir traumhaftes Panorama. Die Sonne und Temperaturen haben allerdings die Abfahrt nach Tschlin verhindert – zu starke Gefahr von Gleitschneelawinen – so haben wir uns für die Abfahrt retour nach Vna entschlossen. Nach der Tour gab es für die TeilnehmerInnen noch Zeit um den 162 Einwohner-Ort Tschlin zu erkunden bzw. sich Geschichte und Wirtschaft in Tschlin von unserem Gastgeber Georg - vom Hotel Macun - vorstellen zu lassen. Tschlin ist für Tourengeher ein super Ausgangsort für zahlreiche Skitouren.
> Video Tag 1

Tag 2: Tschlin – Samnaun

Eingestellt auf miserables Wetter, wurden wir morgens von Sonne überrascht die uns fast bis zum höchsten Punkt der Fuorcla Salet (~2800m – 1400hm Aufstieg) begleitet hat. Die Gewissheit ob wir die Abfahrt nach Samnaun machen können hatten wir erst oben, nachdem das Gelände und die Schneelage von unseren Bergführern als sicher eingeschätzt wurden. So starteten wir bei einsetzendem Wind und Schneefall die lange Abfahrt nach Samnaun. Fast schon am Ziel galt es noch einmal eine kleine Hürde zu überwinden: Der Weg war von einer riesigen Nassschneelawine verschüttet deren Krater mehrere Meter hoch war und somit kletternd ohne Ski bewältigt werden musste.
> Video Tag 2

Tag 3: Spiss - Kappl

Schon beim Frühstück zeigten sich die Berggipfel in blauem Himmel und im Sonnenlicht - gute Aussicht für Tag 3. Vom Zollamt in Spiss ging es lange und in sanfter Neigung durch das Zandertal bis zur Fliesser Alpe! Von dort etwas steiler und daher auch sehr vorsichtig (bei Lawinenwarnstufe 3) zum höchsten Punkt des Tages dem  Malfragkopf (2776m). Die Vorfreude auf die Abfahrt nach etwas Neuschnee in der Nacht war groß, vor allem da wir es bei den warmen Temperaturen der Vortage bisher nur mit sehr feuchtem Schnee zu tun hatten.  Zusätzlich zum sicherlich schönsten Tag, in der eindrucksvollsten Umgebung wurden wir also wirklich auch noch mit Powderschwüngen belohnt - die super Stimmung konnte auch die etwas lange und schneearme Abfahrt durch das Grübeltal nicht mehr trüben!

Generell gestalten sich die Abfahrten als eher schwierig. Es ist alles dabei. Von aufgeweichtem Schnee bis Bruchharscht. Dem Material und den TeilnehmerInnen wird alles abverlangt. Die TeilnehmerInnen sind wirklich alle extrem fit und meistern schwierige Verhältnisse mit Leichtigkeit. Zudem zeigen sich bei diesen Verhältnissen die Vorteile des PROFOILS. Es verharscht nicht, saugt kein Wasser an und wir kommen extrem schnell voran. Wir freuen uns schon auf die kommenden Tage und hoffen auf gutes Wetter“, Martin Eisenknapp, Produktmanager Tour, Fischer Sports.
> Video Tag 3

Tag 4: Kappl - Kaisers

Für die vierte Etappe traf der Wetterbericht leider ins Schwarze und so erwartete uns schon am Morgen Schneefall und wolkenverhangene Berggipfel. Somit war klar, dass die geplanten Aufstiege an diesem Tag ohne Sicht zu gefährlich sind. Um das Tagesziel Kaisers trotzdem zu erreichen griffen wir auf Liftunterstützung zurück und konnten - trotz des schlechten Wetters - eine lange mit Neuschnee bedeckte Abfahrten geniessen. Speziell die Abfahrt von der Valluga Richtung Kaisers war für alle Teilnehmer eine große Herausforderung, auch weil die gefrorenen Nassschneelawinen der Vortage sehr ruppig zu befahren waren. Die sehr flache und lange Ausfahrt durch das Almajurtal bescherte uns in Summe den bisher längsten und trotz fehlender Aufstiege, sehr anstrengenden Tag!
> Video Tag 4

Tag 5: Kaisers - Mittelberg

Keine 20 Minuten hat es gedauert bis wir nach dem Start in Kaisers aus dem Nebel aufgetaucht sind und wir die frisch angeschneiten Berge der Allgäuer Alpen vor uns bewundern durften. Nach der 3. Etappe glaubte keiner mehr, dass es noch bessere Verhältnisse geben kann, aber wir wurden eines besseren belehrt - beim Aufstieg zum Geisshorn gab es keine Minute wo nicht irgendwo ein "Wow" oder "Wahnsinn" ertönte. 30cm Neuschnee, strahlende Sonne und ein Panorama das seinesgleichen sucht. Bei der Abfahrt war wieder alles dabei - vom aufstaubenden Pulverschnee bis zu einer Flussüberquerung nach Mittelberg. Ein harter Test für die Fischer Transalp- und Travers Schuhe - Fazit: bestanden, wasserdicht! Der Tag wird wohl allen Teilnehmern noch lange in Erinnerung bleiben und war für die meisten der bisher beste Skitourentag der Saison. Aktuelle Stimmung: "wir würden gerne noch um eine Woche verlängern". Wir erreichen die Etappe 6 am Samstag in Oberstdorf, mit einem lachenden aber auch mit einem weinenden Auge!
> Video Tag 5

Tag 6 (Finaltag): Mittelberg - Oberstdorf

Mit gemischten Gefühlen geht es für die Teilnehmer in die letzte Etappe nach Oberstdorf. Endlich ans Ziel kommen, aber andererseits auch Abschied nehmen von der mittlerweile eingeschweißten Gruppe! Nach einem kurzen Fußmarsch aus dem Ort geht es sehr direkt und auch in etwas steilerem Gelände in Spitzkehren 1000 Höhenmeter zum Fiderepass (2065m). Im rund 2 1/2 stündigen Aufstieg klart auch der Himmel auf und wir werden von Sonne und tollem Panorama empfangen! Oberstdorf ist in Reichweite - einige Hänge mit Triebschneeablagerungen werden geschickt umfahren, die letzten Powderschwünge in den Schnee gezogen und schlussendlich nach kurzer Schiebepassage über die Skipisten zur Talstation der Fellhornbahn abgefahren. 6 Tage verletzungsfrei bei meist Traumbedingungen von Süd nach Nord über die Alpen - die Teilnehmer fallen sich überglücklich in die Arme. Bevor es in den bereits wartenden Bus zurück geht wird mit Sonne im Gesicht noch einmal kurz zurückgeblickt:

Peter Perhab (Bergführer): "Es ist wirklich fast unglaublich: Vor 2 Wochen diskutierten wir aufgrund der schlechten Schneeverhältnisse noch über eine Absage, Routenverlegung oder einfache Tagesskitouren. Heute stehen wir hier in Oberstorf und hatten soviel Wetterglück, dass wir auf eine der schönsten Fischer Transalp Touren seit Durchführung zurückschauen können!"

Martin Eisenknapp (Produktmanagement Tour): "Es war eine Riesenfreude mit dieser Truppe 6 Tage unterwegs zu sein. Soviel gelacht wurde, so fokussiert waren aber auch alle bei den Touren, speziell wenn es dann dort oder da doch mal etwas heikler wurde. Schön zu sehen wie neben der Erfahrung, Technik und Kondition der Teilnehmer auch das neueste Fischer Tourenmaterial seinen Beitrag zu dieser erfolgreichen Transalp leisten konnte. Speziell für den neuen Travers Schuh und auch das für viele noch nicht bekannte PROFOIL gab es viel Lob!"
> Video Tag 6