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Richtig Skifahren: Die richtige Technik

Beim Mittagessen in der Hütte verstehst du, wenn deine Freunde über Technik und Fahrstil sprechen, nur Bahnhof? Dann weißt du, dass du zwar die Piste hinunterkommst, in Sachen Technik noch einiges dazu lernen musst. Aber keine Angst, die richtige Technik ist schneller gelernt als du glaubst. Wir erklären dir alles, was du wissen musst, um endlich richtig Skifahren zu können!


Richtig Skifahren auf der Piste

Auf der Piste muss, vor allem am Wochenende und in den Ferien, einiges beachtet werden. Nach dem Motto „Augen zu und durch“ sollte man den Skitag nicht angehen, besonders als Ski-Anfänger nicht. Je mehr Skifahrer sich auf der Piste befinden, desto vorausschauender und langsamerer sollte der Fahrstil sein, weil die Gefahr von Zusammenstößen erhöht ist.

Generell gibt es beim Fahren auf der Piste zwei Möglichkeiten: Entweder man befindet sich auf den sogenannten Familienabfahrten, hier kann es ab und zu richtig knapp mit dem Platz werden. Die Alternative dazu ist der Steilhang, auf dem sich meist nur die fortgeschrittenen Fahrer tummeln. Welche Technik du am besten auf diesen Pisten anwendest, erklären wir jetzt:


Kurzschwung-Technik: Skifahren bei wenig Platz

Du hast sie bestimmt schon einmal gehört oder zumindest gesehen: Kurzschwünge. Dabei handelt es sich um jene Schwünge, die auf elegante Art und Weise die Geschwindigkeit bremsen. Die kurzen Schwünge eignen sich vor allem auf engen Pisten, um die Fahrtgeschwindigkeit zu drosseln.

So funktioniert das Fahren mit Kurzschwüngen:

  1. Grundposition: Schulterbreiter Stand, Knie und Hüfte leicht beugen, Körperschwerpunkt liegt in der Mitte
  2. Anfahren: Schienbeine an den Skischuh pressen, die Skilehrer nennen es auch „Banane zerquetschen“ und losfahren
  3. Rhythmus finden: Die Stöcke geben nun den Rhythmus vor, bei Stockeinsatz erfolgt der Kurvenwechsel!
  4. Beugen-Strecken-Beugen: Diese Bewegung wird von deinen Beinen gemacht, das bedeutet, dass du dich in der Kurve klein machst und danach wieder groß. Vor der Kurve werden die Beine also gestreckt, während der Kurve wieder gebeugt. Die Kurve wird mit Schwerpunkt nach unten gefahren, danach wieder gestreckt mit Schwerpunkt nach oben. Du kannst zu Beginn auch die Hände zur Hilfe nehmen.
  5. Außenskikante belasten: Um das Tempo und die Kurven gut steuern zu können, wird das Körpergewicht jeweils auf den äußeren Ski verlagert. Das geschieht durch das Beugen-Strecken-Beugen aber fast automatisch.

-> Expertentipp: Das Üben von Kurzschwüngen macht zu zweit mehr Spaß! Der Partner kann vorfahren oder durch Zurufen den Takt für die Kurven vorgeben.


Technik für Fortgeschrittene: Skifahren im Steilhang

Will man den skifahrenden Menschentrauben aus dem Weg gehen, dann bietet es sich an, schwerere und steilere Pisten im Skigebiet zu wählen. Um dabei auch Spaß zu haben und nicht nur ängstlich hinunterzurutschen, sollte man davor zumindest die Kurzschwung-Technik im flachen Gelände geübt haben.

In den Steilhängen kannst du zusätzlich auf Folgendes achten:

  • kurzer und kräftiger Kantenabdruck mit engen Radien
  • Strecken-Beugen-Strecken der Gelenke, so hebt sich das Ende des Skis  
  • Rückenlage unbedingt vermeiden, denn so können beide Ski schnell und stabil über die Falllinie gedreht werden!

Im Video kann man praktische Übungen kennenlernen, um sich auf das Fahren in Steilhängen vorzubereiten:

-> Expertentipp: Nicht nur auf dem Steilhang, auch auf harschem Schnee kann diese Technik angewandt werden.

Carving-Technik beim Skifahren am Morgen

Vor allem früh morgens hat man auf der Piste die Hänge meist für sich. Genau dann ist der richtige Moment, um endlich das „Carven“ zu üben. Um dabei eine gute Figur zu machen, solltest du beim Carven Folgendes beachten:

  • Grundposition: Hüftbreiter Stand, Gelenke ein wenig beugen, Arme angewinkelt leicht vorne halten. Während dem Fahren: Körperspannung!
  • Anfahren: Langsam losfahren, Druckaufbau auf den Ski durch Körperschwerpunktverlagerung nach vorne, also: in die Kurve lehnen – die Ski werden parallel geführt
  • Skibelastung: Gewicht liegt auf beiden Ski, allerdings mehr am äußeren Ski. Beide werden dann auf die Kante gedrückt und dort gehalten, ehe die Kurve gefahren wird.
  • Rhythmus: Kein/e Strecken-Beugen-Strecken oder Hoch-Tief-Hoch-Bewegung! Beim Carven wird der Körperschwerpunkt zum Kurvenwechsel nach vorn verlegt, die Bewegung kommt aus den Beinen, der Druckaufbau geschieht auf der Innenkante des neuen Außenskis.
  • Kurve: Die Kurve wird rund und auf der Kante gefahren – dein Ski „carvt“ also allein um die Kurve! Das heißt, dass keine Drehbewegung des Oberkörpers gebraucht wird!

-> Expertentipp: Um den Ski auf die Kante zu drücken und dort halten zu können, braucht man genug Geschwindigkeit! Carven funktioniert also nicht in Slow-Motion.


Richtig Skifahren im Tiefschnee und auf Neuschnee

Auch das Fahren im Tiefschnee wird dich früher oder später reizen: Unberührte Hänge machen das Skifahren nicht nur zum Spaßfaktor, sondern vor allem zu einem Naturerlebnis für die Seele! Lawinenwarnungen müssen aber unbedingt beachtet werden. Auf einer sicheren Tiefschnee-Piste kann man folgende Technik anwenden:

  • Zuerst beim Schrägfahren im Hang ein Gefühl für den Tiefschnee entwickeln!
  • Gleichgewicht halten: Im Tiefschnee können die Unebenheiten ganz plötzlich kommen, deshalb sollte man immer konzentriert sein, um darauf zu reagieren. Ziel ist es, nicht zu Kippen!
  • Richtige Beinarbeit: Es wird mehr Kraft benötigt, weil die große Schneemenge natürlich auf den Ski wirkt! Im Tiefschnee sollte man auf einen parallelen Fahrstil und auf eine engere Beinstellung als auf der Piste achten.
  • Der Talski führt: Vor allem dann, wenn man versucht eine Kurve zu machen! Die Belastung sollte aber auf beide Ski gleichermaßen aufgeteilt sein.
  • Übung macht den Meister: Um beim Powdern eine richtig gute Figur zu machen, sollte man immer weiter üben. Auch der beste Tiefschnee-Fahrer ist nicht vom Himmel gefallen!

Bei Freeridern ist neben dem Tiefschnee das Befahren von Buckelpisten sehr beliebt, dabei muss vor allem auf die sogenannte Ausgleichsbewegung der Beine geachtet werden.


Die richtige Körperhaltung: Skifahren wie der Profi

Die Körperhaltung hängt selbstverständlich mit der Art des Schnees, dem Untergrund und der gewählten Technik zusammen. Prinzipiell unterscheidet sich die Körperhaltung in den verschiedenen Techniken nicht gravierend – außer beim Freeriden natürlich.

  • Alpines Fahrverhalten: Dieser allgemeine Fahrstil ermöglicht es, schnell und flexibel auf die Gegebenheiten beim Skifahren zu reagieren. Dabei sollte sich der Körper aufrecht und in einer leichten seitlichen Neigung zum Tal befinden. Eine gute Körperspannung hilft, schnell auf veränderten Untergrund oder auf andere Skifahrer zu reagieren.
  • Kurzschwünge fahren: Dabei ist es wichtig, dass der Oberkörper ruhig und stabil gehalten wird. Der Rumpf bleibt in Talrichtung gedreht und die Beine konzentrieren sich auf die Beugen-Strecken-Beugen-Bewegung.
  • Carven: Beim Carven ist die Geschwindigkeit höher, das heißt, dass man auf eine stabile Körperhaltung achten muss, um tatsächlich „zu carven“ und nicht zu rutschen. Der Oberkörper wird eher hangabwärts gebeugt, den Rest machen die Beine.
  • Tiefschnee: Wie der Name schon sagt, ist man beim Freeriden ziemlich frei, ebenfalls bei der Körperhaltung. Prinzipiell sollte im Tiefschnee aber eine aufrechte und stabile Körperhaltung eingenommen werden, um auf Unebenheiten reagieren zu können.

Nicht nur auf den eigenen Körper und die Technik sollte beim Skifahren geachtet werden, andere Skifahrer müssen ebenso berücksichtigt werden – Sicherheit geht immer vor!


Welchen Ski für welche Technik?

Auch auf die Frage, ob dein Ski überhaupt für eine bestimmte Technik geeignet ist, wollen wir dir abschließend noch eine Antwort liefern. Prinzipiell kann man jede der vorgestellten Techniken mit einem Alpinski fahren – abhängig von deinem Können wirst du dich dabei aber eher leichter oder schwerer tun.

  • Kurzschwung und Carving: Für Pistenfahrer, die am liebsten Kurzschwünge fahren, empfiehlt es sich, einen Ski mit breiter und weicher Schaufel auszuwählen. Eine Slalom-Taillierung wie sie der RC4 Worldcup SC hat, macht den Ski wendiger in den Kurven. Wer lieber schnell unterwegs, wird sich beim schnellen Carven beispielsweise an einem RC4 The Curv erfreuen.
  • Freeride Das Tiefschnee-Fahren ist die Belohnung für den frühen Vogel unter den Skifahrern und ist vor allem bei Freeridern beliebt. Um auch stabil und leicht all das zu fahren, was das Herz begehrt, kann beispielsweise der Ranger 102 FR von Fischer gewählt werden.

Wenn du erst einmal die richtige Technik für dich gefunden hast, wirst du sie lieben. Durch Üben kannst du sie perfektionieren, und vielleicht wird dann nicht nur ein guter, sondern sogar ein legendärer Skifahrer aus dir! Einer Fachdiskussion beim Après-Ski über die Technik zum richtigen Skifahren, steht somit nichts mehr im Weg.