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Sieg beim Vasalauf in Rekordzeit: Tord Asle Gjerdalen

Tord Asle Gjerdalen ist jedem Langlauffan ein Begriff. Mit seiner charakteristischen Sonnenbrille ist er seit Jahren regelmäßig auf den Podien bei den Skimarathons weltweit erfolgreich. Nur ein großer Erfolg hat ihm bis zu dieser Saison gefehlt: Der Vasalaufsieg. Diesen hat er sich in diesem Jahr mit beeindruckender Rekordzeit von 3:28:18 Stunden geholt und spricht im Interview darüber, warum bei einem 90 Kilometerlauf nicht immer nur der Zielsprint entscheidet.

1. Du warst schon so oft knapp dran am Vasalaufsieg. Was hat den Unterschied ausgemacht, um ihn in diesem Jahr tatsächlich zu gewinnen?

Dieses Jahr hatten wir starken Wind aus dem Westen und einen Zentimeter Neuschnee in der Spur. Also sind wir außerhalb der Spur gelaufen, weil das schneller war. Dort kann man allerdings nicht so sehr vom Windschatten anderer Läufer profitieren. Deshalb haben Ermil (Vokuev) und ich von Anfang an ein hohes Tempo vorgelegt. Das machte es zu einem harten Rennen, bei dem Qualitäten wie Ausdauer und Belastbarkeit wichtiger waren als ein gutes Finish.

2. In den vergangenen Jahren gab es am Ende immer einen Sprint um den Sieg. Dieses Jahr hast Du mit großem Vorsprung gewonnen. Wie ist Dir das gelungen?

Die Bedingungen sind wichtig für ein Langlaufrennen und der diesjährige Vasalauf war aufgrund der oben genannten Bedingungen nicht für die Sprinter gemacht - das war der größte Unterschied.

3. Ab wann warst Du Dir sicher, dass Du den Vasalauf gewinnen wirst?

Ich war auf den letzten Kilometern sehr müde. Ich hatte Angst zu stürzen. Aber als ich am Campingplatz „Moraparken“ vorbei lief und nur noch ein paar hundert Meter vor mir hatte und weder Anton (Karlsson) noch Ermil (Vokuev) hinter mir sehen konnte... da wusste ich endlich, dass ich es schaffen konnte.

4. Hast Du dieses Jahr in Deiner Vorbereitung etwas geändert?

Es hat sich viel geändert, seit ich nicht mehr beim Team Ragde Eiendom bin. Ich habe mir ein neues Team aufgebaut. Durch die COVID-Beschränkungen in Norwegen war es für die Wachsleute und Skitester schwierig, mit uns zu allen Rennen zu reisen. Das hat mehr organisatorische Arbeit und mehr Skitests für die Athleten selbst mit sich gebracht. Das wiederum hat mich auch dazu veranlasst, mein Training zu ändern.

5. Auf welchen Ski hast Du gewonnen?

Ich habe „normale“ Speedmax 3D Classic Ski in 902 Konstruktion benutzt, die ich vor dieser Saison neu bekommen habe. Ich habe sie aber nicht mit Steigwachs gewachst, sondern mich für das Doppelstockschieben entschieden. Die Ski wurden für nasse Bedingungen ausgewählt und präpariert.

6. Was bedeutet es für Dich, in Rekordzeit gewonnen zu haben?

Rekorde sind etwas für die Geschichtsbücher. Langläufer reden nie über Rekorde, weil die Zeit zu 90% von den Bedingungen und zu 10% von der Leistung des Läufers abhängt. Wir Langläufer kämpfen nur gegeneinander.

7. Welche Empfehlung würdest Du einem Freizeitläufer für seine Vorbereitung auf den Vasalauf geben?

Meine Empfehlung ist: Langlaufen und trainieren so viel Du kannst. Dann macht das Training mehr Spaß und das Rennen wird leichter.

8. Gibt es etwas, was ein Neuling unbedingt vor seinem ersten Start beim Vasalauf wissen sollte?

Wenn Du gehört hast, dass der Vasalauf flach ist, muss ich Dir sagen, dass dies falsch ist. Er ist ein langes Rennen und eine tolle Erfahrung - wenn man vorbereitet ist.

9. Gibt es etwas, was Du einem Neuling raten würdest, während des Vasalaufs zu vermeiden?

Ich würde empfehlen, auf keinen Fall die Verpflegung auszulassen, nur um eine bessere Zeit zu erreichen. Versuche stattdessen zu essen und zu trinken, wann immer es möglich ist – als Anhaltspunkt: 50-100g Zucker pro Stunde.

10. Was war Dein schönstes Erlebnis beim Vasalauf?

Die Ziellinie in diesem Jahr zu überqueren😎.