Nordic

Bernhard Gruber gewinnt Schwarzwaldpokal

Bernhard Gruber (AUT, Fischer Ski, Bindungen und Schuhe) entschied den Schwarzwaldpokal im Rahmen des Weltcups der Nordischen Kombination in Schonach (GER) für sich. Gesamtweltcup-Sieger Jarl Magnus Riiber (NOR, Fischer Ski, Bindungen und Schuhe) wurde Dritter.

Der Wettkampf stand unter dem Zeichen äußerst schwieriger Wetterbedingungen. Schon der provisorische Wertungssprung am Freitag fand unter absolut irregulären Bedingungen statt. Größtes Problem war aber nicht der böige Wind, sondern die Anlaufspur, die Regenmassen von 90l/m² bei frühlingshaften Temperaturen nicht standhielt und brach. Der Durchgang wurde bis zum Ende durchgeführt, dann aber nicht gewertet. Am Morgen wurde ein neuer Versuch mit dem PCR gestartet. Über Nacht war die Spur neu vereist worden, aber böiger Wind sorgte für ungleiche Bedingungen und auch an der Spur gab es wieder Kritik. "Das war nicht ganz fair. Die Spur hat über 3km/h abgebaut verglichen mit dem Anfang des PCR und auch der Wind war wechselhaft. Man brauchte das Glück auf seiner Seite", hieß es nach dem PCR, der zum Glück zumindest heute nicht mehr zum Einsatz kam. Nachdem vor dem Wettkampf die Spur noch einmal gesalzen wurde, wurde auch die Windbedingungen rechtzeitig beherrschbarer, um einen mehr oder weniger fairen Wettkampfsprung durchzuführen.

Allerdings kam der Wind immer noch böig von der Seite und bei manchen Springern blies der Wind schräg von vorn, bei manchen eher leicht von hinten, so dass die Athleten weiterhin Glück brauchten. Eine ganze Menge davon hatte Jarl Magnus Riiber, der bei starkem Wind schräg von vorn seinen Sprung aus enormer Höhe bei 108 Metern abbrechen musste.IM PCR hatte er schon einen sehr ähnlichen Sprung auf 108,5 Meter gezeigt und einen neuen Schanzenrekord aufgestellt. Wegen schlechter Haltungsnoten reichte es nicht zu Platz eins und er startete 21 Sekunden hinter Yoshito Watabe (JPN, Fischer Ski, Bindungen und Schuhe) in den Langlauf - aber der Norweger war in erster Linie froh, den Sprung heil überstanden zu haben. Schon nach etwa 50 Metern hatte er die Arme weit ausgebreitet, um den Sprung etwas abzubremsen: "Ich bin ziemlich erschrocken und habe früh aufgemacht. Als die Jury während der Unterbrechung die Anlaufspur gesalzen hat, wurde die Anfahrtsgeschwindigkeit so viel schneller. Ich denke, man hätte den Anlauf verkürzen sollen. Ich bin froh, dass alles gut ging", meinte er. Renndirektor Lasse Ottesen verteidigte die Entscheidung, vor einem der besten Springer den Anlauf nicht zu verkürzen: "Er hatte sehr schlechte Bedingungen. Aber genau als er grün bekam, hatte er plötzlich die besten Bedingungen von allen."

Schon nach der ersten von vier 2,5 Kilometer-Runden hatten fünf Athleten den Japaner Yoshito Watabe eingeholt, aber Terence Weber (GER, Fischer Ski, Bindungen und Schuhe), der nach dem Springen Dritter gewesen war, konnte das Tempo nicht lange mitgehen. Drei Kilometer vor dem Ziel kämpften nur noch drei Athleten um die Podestplätze. Jarl Magnus Riiber ließ die Österreicher die Arbeit machen. Aber was wie eine Taktik des Norwegers aussah, entpuppte sich als unerwartete Schwäche: 500 Meter vor dem Ziel attackierte Lukas Greiderer und der Norweger konnte den anderen nicht mehr folgen. Auf der Zielgeraden kam Bernhard Gruber aus dem Windschatten seines Landsmanns und sicherte sich seinen siebten Weltcupsieg - den ersten seit drei Jahren: "Ich hatte eine gute Ausgangssituation, ich habe einen guten Sprung gemacht. Da hat es mich lässig ausgehoben. Das war die Basis. Ich fühle mich über die ganze Saison recht stark. Ich habe Saft in den Oberarmen und Power in die Haxen. Ich habe das heute wieder gut ausspielen können und es war ein sehr schweres Langlaufrennen, weil die Loipe recht tief war und recht langsam. Bei der WM habe ich auf der Zielgeraden verloren gegen Riiber und ich habe mir vorgenommen, wenn ich irgendwann nochmal mit ihm auf die Zielgerade komme, dann lasse ich mich nicht so schnell abhängen. Das ist mir heute gut gelungen, ich habe zum Schluss noch gut Körner gehabt. Unglaublich genial, der Tag strahlt, das taugt mir voll." Mit diesem Sieg, mit dem er eine mehr als gelungene letzte Saisonphase krönte, verhinderte er Riibers zwölften Sieg in dieser Saison, mit dem der Norweger hätte Geschichte schreiben können. Vinzenz Geiger (GER, Fischer Ski, Bindungen und Schuhe) holte sich aus der Verfolgergruppe den vierten Platz vor Ilkka Herola (FIN, Fischer Ski, Bindungen und Schuhe). Johannes Rydzek (GER, Fischer Ski, Bindungen und Schuhe) wurde Siebter, Rang neun ging an Akito Watabe (JPN, Fischer Ski, Bindungen und Schuhe).

=> HS106/10km Schonach (GER)