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Die Premiere der Fischer Transnordic

Drei Länder in fünf Tagen auf Backcountry Ski durchqueren – das war das geplante Ziel für die erste Fischer Transnordic im März 2020. Aufgrund der gegebenen Umstände musste diese Premiere leider verschoben werden. Doch im März 2022 ging es endlich los!

DIE TEILNEHMER

Über 500 Skibegeisterte aus aller Welt haben sich bereits im Herbst 2019 für die Premiere der Fischer Transnordic beworben. Die fünf glücklichen Auserwählten – Linda Akerberg (SWE), Thomas Herdieckerhoff (GER), Kimmo Koistinen (FIN), Christopher Morris (CAN) und Mari Wedum (NOR) – mussten sich leider in Geduld üben. Nach 2,5 Jahren der digitalen Kommunikation, versammelten wir uns nun endlich am 28. März live in Kilpisjärvi, unserem finnischen Ausgangspunkt.

Tag 1: Von Kilpisjärvi zur Kuohkimajärvi Wilderness Hut

Nachdem am Vorabend beim ersten Kennenlernen unser Guide Poppis Suomela einen ersten Überblick über die Route gegeben hat, nehmen wir am Morgen die Ausrüstung unter die Lupe. Das große Packen beginnt und stellt sich bereits als unsere erste Herausforderung dar. So viel wie nötig und so wenig wie möglich, ist die Devise - schließlich müssen wir das Gepäck selbst tragen, bzw. in einer Pulka ziehen, die wir uns jeweils mit einem Partner teilen. Für Proviant, Kochutensilien und Zelte stehen uns glücklicherweise zwei Hundeschlitten zur Verfügung, die uns begleiten. Um 15 Uhr geht es nach einer kleinen Stärkung endlich los. Der strahlend blaue Himmel vom Morgen hat sich in ein wildes Grau gewandelt und der Wind pfeift uns um die Ohren. Mit voller Motivation nehmen wir die 15 Kilometer in Angriff. Es geht längs über den See von Kilpisjärvi. Vermeintlich flach, sorgt der Gegenwind dafür, dass wir uns ordentlich anstrengen müssen und uns die -3°C deutlich kälter vorkommen. Das Ende des Sees kommt nur schleppend näher, aber wir erreichen es doch. Nach einem kurzen Auf und Ab freuen sich nach 5 Stunden alle, als wir an unserem ersten Ziel, der urigen Kuohkimajärvi Hütte, ankommen. Mit Feuer machen, Schnee schmelzen und Essen kochen, lassen wir den ersten Abend ausklingen.

Distanz: 15 km – Höhenzunahme: 170m – Dauer: 5 Stunden

Tag 2: Von der Kuohkimajärvi Wilderness Hut zur Pältsa Fjällstuga

Zunächst geht es noch sanft in der Ebene los. Am nördlichsten Punkt Schwedens, am Dreiländereck, an dem Norwegen, Schweden und Finnland zusammen treffen gibt es noch ein Fotoshooting. Dann wird es ernst: Der Aufstieg auf das Fjäll ist mit den Pulkas eine Herausforderung. Teamwork ist gefragt. Mit vereinten Kräften schaffen wir es nach oben. Eine schier unendliche Weite erwartet uns. Außer einer Rentierherde ist hier niemand. Trotz leichtem Schneefall scheint die Sonne und bei gleißendem Licht können wir die Aussicht erahnen. Im munteren, oder besser gesagt ermüdenden Auf und Ab geht es weiter, bis wir durch Nebelschwaden den Gipfel des Berges Pältsa sehen, an dessen Fuße wir unsere nächste Hütte entdecken. Nun gibt es kein Halten mehr: Die Felle werden abgezogen und die Abfahrt genossen – auch wenn der eine oder andere dabei im Schnee landet. Keine Frage - das Abfahren mit Pulka will geübt sein. Der eisige Wind heißt uns in Schweden willkommen - so dass wir froh sind nach der herausfordernden Abfahrt die Pältsa Fjällstuga zu erreichen. Passend zu Schweden, gibt es schwedische Fleischbällchen zur Stärkung. Zum Dessert bietet das Fjäll wunderschöne Nordlichter und lässt auf einen sonnigen nächsten Tag hoffen.

Distanz: 15 km – Höhenzunahme: 740 m – Dauer: 8 Stunden

Tag 3: Von der Pältsa Fjällstuga zum Zeltcamp

Der Morgen begrüßt uns mit -8°C bei strahlendem Sonnenschein. Das Pältsa-Bergmassiv bietet eine unglaubliche Kulisse und entpuppt sich, heute ohne Nebel, als ideales Fotomotiv. Die Zeitverschiebung zwischen Finnland und Schweden verwirrt unseren Zeitplan ein wenig – doch bis zum verspäteten Abmarsch, genießen wir die Sonne an einem windstillen Fleck in vollen Zügen. Immer den Pältsa im Blick, geht es los. Das Fjäll entwickelt sich zur endlosen Schneewüste. Die Weite ist beeindruckend – und die Leere ebenso. Nachmittags ziehen langsam die Schneewolken herein und der zuvor noch strahlend blaue Himmel bietet uns ein beeindruckendes Licht- und Wolkenspiel. Der Wind, unser treuer Begleiter, setzt wieder ein und bringt die Kälte mit. Unser heutiges Ziel liegt mitten im Nirgendwo. Wir streben keine Hütte an, sondern bauen, nach 7 Stunden auf Tour, unser Zeltcamp auf -mittlerweile auf norwegischem Boden. Oberhalb von Signaldalen, mit beeindruckendem Ausblick bis zum Fjord, wird es uns beim Ausschaufeln und Aufbauen des Zeltcamps wieder warm. Am Ende bekochen wir uns fürstlich selbst an unseren Gaskochern – noch nie hat ein Risotto so gut geschmeckt wie hier. Satt und müde kriechen wir in unsere warmen Schlafsäcke und hoffen auf eine erholsame Nacht.

Distanz: 14,5 km – Höhenzunahme: 360 m – Dauer: 7 Stunden

Tag 4: Vom Zeltcamp in das Tal von Tamok

Der Wind rüttelt zum Aufstehen kräftig an den Zeltwänden, dafür hat er alle Wolken weggeblasen und unser Zeltcamp erstrahlt in der Sonne. Die überwältigende Rundumsicht mit der endlosen Schneewüste Schwedens auf der einen und den rassigen Bergen Norwegens auf der anderen Seite, lässt uns die Kälte vergessen. Beim Abbau des Zeltcamps wird uns sowieso wieder warm. Zum letzten Mal alles verstaut, geht es los auf die vermeintlich leichteste Etappe mit dem größten Abfahrtsanteil. Wie sehr man sich doch täuschen kann. Zunächst geht es noch einige Höhenmeter hinauf auf den Pass. Der Gegenwind tut das Seine dafür, dass wir uns richtig ins Zeug legen müssen, um die Pulkas hinaufzuziehen. Auf der anderen Seite wartet dann tatsächlich die Abfahrt in das Tal von Tamok, welche allerdings mit so manchem kurzen Gegenanstieg gespickt ist. Nicht nur wir, sondern auch die Hundeschlitten werden nochmal ordentlich gefordert. Bei der letzten steilen Abfahrt kommt so mancher beim Navigieren mit der Pulka an seine Grenzen und findet sich im Schnee wieder. Dennoch malt uns der Pulverschnee einen breiten Grinser auf das Gesicht. Am Fluss entlang, den einen oder anderen Schneehügel überwindend, erreichen wir nach fordernden 24 km unser Ziel.

Distanz: 24 km – Höhenzunahme: 290 m – Dauer: 8 Stunden

Die Zivilisation hat uns wieder. Man sieht den müden, vom Wind gezeichneten, aber glücklichen Gesichtern an, dass die Tour tolle Eindrücke hinterlassen hat. Bezeichnend meint Kimmo aus Finnland: „Ich würde heute bestimmt nicht mehr zurück gehen wollen. Aber wer weiß – vielleicht morgen?“ Bei einem gemütlichen schwedischen Bier in der finnischen Sauna, auf norwegischem Boden, lassen wir die Transnordic und unsere Erlebnisse noch einmal Revue passieren. Da darf das Bad im Eisloch natürlich nicht fehlen – wovon es allerdings verständlicherweise keine fotografischen Beweise gibt.

Eines steht fest: Die Premiere der Transnordic ist gelungen und schreit nach einer Wiederholung!

Die Route

In vier Tagen durch drei Länder: Die Transnordic startet im finnischen Kilpisjärvi und führt über Schweden nach Norwegen.

DER GUIDE

Poppis Suomela ist ein erfahrener Polar-Expeditionist (Nordpol und Südpol) und professioneller Fotograf mit dem Motto:

„Motion is my target, emotion is my goal“

Er kennt das Skandinavische Hinterland, in das er uns bei der Transnordic führt, wie seine Westentasche. Vor 40 Jahren war er das erste Mal dort und seither zieht es ihn immer wieder dorthin. Seine Leidenschaft ist es, Menschen in die Natur zu führen und ihnen zu helfen, das Leben dort sicher und schön zu genießen. Wer mehr von seiner Arbeit sehen will, wird auf seinem Foto Portfolio und auf IG @poppissuomela fündig.

Die Partner

Wir bedanken uns bei unseren folgenden Partnern für die wertvolle Unterstützung: