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Fischer Transalp 2020 - Tourentagebuch

Am Montag den 02. März machte sich die Fischer Transalp Crew zum zehnten Mal auf den Weg, um die Alpen auf Tourenski zu überqueren. Die diesjährige Tour führt die Teilnehmer von Sella Nevea (ITA) ausgehend in sechs Etappen durch die Süd-Alpen nach Cortina (ITA).

Die Ankunft der Teilnehmer

Rund 800 Skitourenbegeisterte aus aller Welt haben sich dieses Jahr für die Fischer Transalp beworben. Um die Sicherheit am Berg zu gewährleisten, konnten letztlich nur sechs Teilnehmer ausgewählt werden. Am Montag machten sich die glücklichen Auserwählten - Kaja Brodtkorb (NOR), Ulrich Sperling (GER), Pascal Waser (SUI), Franziska Kofler (ITA), Angelika Zeilinger (AUT) und Sergey Turikov (RUS) - auf den Weg ins Fischer Headquarter nach Ried im Innkreis.

Im Herzen der Skiproduktion von Fischer konnte die Entstehung der Skitourenausrüstung aufs genaueste inspiziert werden, bevor die Crew, ausgestattet mit dem neuesten Fischer Setup, Löffler Bekleidung, ESKA Handschuhen, Deuter Rucksäcken und Evil Eye Brillen, zum Ausgangspunkt Sella Nevea aufbrach.

Tag 1: Von Sella Nevea nach Tarvisio

Die Karnischen Alpen jubeln über jede Menge Neuschnee. Für die Fischer Transalp 2020 heißt das erstmal: Planänderung! Neuschneemengen von bis zu 80cm und anhaltender nasser Schneefall ließen den geplanten Aufstieg bzw. die Abfahrt von der Mosesscharte mit mehr als 40° Hangneigung leider nicht zu.

Tourengehen an so einem Tag heißt: flacheres und bewaldetes Gelände wählen! Dies fanden wir mit dem Jof di Sompdogna (1889m). Immerhin schafften wir rund 600 Höhenmeter bergauf – die riesigen feuchtnassen Schneemengen zwangen uns letztlich allerdings zur Umkehr.

Auch wenn heute wohl keiner trocken ins Tal kam, so ist die Stimmung dennoch super – wir sind froh, dass wir den ersten Tag der Fischer Transalp 2020 mit etwas „Bewegung“ abschließen konnten.

Tag 2: Von Tarvisio nach Kötschach-Mauthen

Wieder auf österreichischem Boden angekommen, stießen wir leider bereits vor der Tour auf die erste Hürde: es galt über die stark verschneite Forststrasse in Stranig unseren Ausgangspunkt der Tour zu erreichen. Nur so viel dazu: manche Teilnehmer erreichten bereits zu diesem Zeitpunkt den Maximalpuls des Tages ;-)!

Endlich am Startpunkt angekommen wurde klar, dass sich nach den starken Schneefällen noch keiner in dem Areal auf Ski bewegt hat – unsere Guides freuten sich schon auf knietiefes Spuren anlegen. Kurz vor der Straniger Alm empfing uns die Sonne. Neuschnee, Sonne und grandioses Panorama – was will man mehr? Nach rund 4 Stunden erreichten wir den Straniger Kopf, wo es sich an so einen Tag gut aushalten lässt.

Nach fast 18 Kilometern und 1200 Höhenmetern blicken wir zurück auf einen wunderbaren Tag 2 und planen schon eifrig die neue Route für die kommenden Tage, nachdem die geplante unter den aktuellen Bedingungen nach wie vor nicht machbar scheint.

Tag 3: Von Kötschach über die Wasserköpfe zurück nach Kötschach

An die geplante Überquerung des Plöckenpasses mit Aufstieg auf die Hohe Warte war aus Sicherheitsgründen nicht zu denken. Die beste Tagestour der Region als Alternative dazu anzupeilen, stellte sich als die perfekte Wahl heraus.

Von Obergail führte uns die heutige Route auf die Wasserköpfe. Die Vorzeichen waren ideal: blauer Himmel, Sonne und das erste Mal erwartete uns eine Aufstiegsspur, die uns flott voranbrachte.

An der Obergaileralm angekommen, hieß es wieder knietiefes Spur anlegen. Das Wetter wurde trüber, die Hänge steiler - aber wir schafften es nach rund 1100 Höhenmetern Aufstieg bis knapp unter den Gipfel.

Zur Abfahrt gibt es nicht viel zu sagen: geschützter, unverspurter, lichter Lärchenwald mit viel Platz für „Powder Turns“ – besser ging es nicht.

Es brauchte nicht viele Worte, bis wir einstimmig entschieden, die Felle wieder aufzuziehen, um noch einmal rund 200 Höhenmeter aufzusteigen und die freien Flächen bei perfekten Verhältnisse auszunutzen. Ein genialer Tag – oder wie es unsere Teilnehmer am Ende sagten: „Obergeil in Obergail“

Aufgrund der nicht allzu guten Wettervorhersage werden wir die geplante Route für den morgigen Tag abändern müssen und eine Tour in der Nähe von Kötschach suchen.

Tag 4: Von Kötschach-Mauthen nach Obertilliach

Schon beim Frühstück flogen dicke Schneeflocken am Fenster vorbei und die Vorhersage ließ keine Besserung vermuten. Für die Planung hieß es deshalb einmal mehr, eine Tour zu wählen, die bei Lawinenwarnstufe 3 und geringer Sicht machbar ist.

Ausgangspunkt der heutigen Tour war St. Lorenzen im Lesachtal - das Ziel: die Samalm (1966m) mit anschließender Abfahrt nach Tuffbad. Die Sicht war unerwartet gut und nach 20 Minuten Gehzeit verflog das Vertrauen in den Wetterdienst, als sich blauer Himmel und die Sonne zeigten. Über flaches Almgelände mit zahlreichen idyllischen Hütten ging es rund 800 Höhenmeter weiter bis zur Samalm.

Das Wetter hätte zur ausgiebigen Gipfelrast eingeladen, wir allerdings bevorzugten unverspurten Pulverschnee. Das perfekte „tree-skiing“ Gelände konnte die großartige Abfahrt von gestern sogar nochmal übertrumpfen.

Auch heute schlugen die Skifahrerherzen wieder höher und unser russischer Teilnehmer Sergey spricht jetzt schon vom „best ski trip of my life“.

Wir freuen uns jetzt auf Zuwachs in der Transalp Truppe: Alpinist und Fischer Testimonial Simon Gietl stößt heute noch zu uns, wird uns Einblicke in seine Expeditionen gewähren und uns bei der morgigen Tour begleiten. Mit etwas Glück geht es in den letzten beiden Etappen auf der geplanten Route weiter.

Tag 5: Von Obertilliach nach Kartitsch

Wenn man die perfekte Fischer Transalp Etappe beschreiben müsste, so bräuchte es: Sonne, Pulverschnee, perfektes Material und ein bestens gelauntes Team. Heute wurden wirklich alle Punkte über die Maße erfüllt!

Bei einigen Teilnehmern kreisten die Gedanken am Morgen noch um den gestrigen Vortrag von Simon Gietls und seine Expeditionserlebnisse. Für uns war es wirklich eine Bereicherung Simon auch heute noch bei der Tour dabei zu haben.

Diese startete direkt bei unserer Unterkunft. Auf Ski ging es von dort weg zum Einstieg in das Porzetal. In den ersten Kilometern kamen wir zügig voran. Nach rund 900 Höhenmeter erwartete uns die erste kurze Abfahrt vom Heretriegel mit perfektem knietiefen Pulverschnee.

Das Wildkarlegg, unser Tagesziel, mussten wir auslassen - Triebschnee und Steilheit machen den Aufstieg zu gefährlich. Stattdessen führte uns die Route auf den anliegenden Filmorsattel. Was darauf folgte lässt sich schwer beschreiben, aber die Aussage von unserem Guide Reini Ranner lässt es erahnen: „Da kann auch der Arlberg nicht mithalten“. Wir genossen rund 800 Höhenmeter - unverspurtes, weißes Gold bei der Abfahrt.

Keine Ahnung wie der morgige Tag dies noch toppen kann. Bei dem Gedanken daran, morgen bereits die Heimreise antreten zu müssen, kommt schon jetzt Wehmut auf.

Tag 6: Von Kartitsch über die Hollbrucker Spitze zurück nach Kartitsch

Grande Finale!

Die Erwartungen an einen krönenden Abschluss der 10. Fischer Transalp waren groß. Die Wettervorhersage prophezeite 100% Sonne und es war zu erwarten, dass die Nordhängen nach wie vor jede Menge Pulverschnee tragen, der darauf wartet, gefahren zu werden.

Gestartet wurde heute im Hollbruckertal. Rund 1300 Höhenmeter ging es von dort bergauf zum Hochgräntenjoch. Hier stellte sich Frage: sollen wir den Aufstiegsweg zurückfahren und die perfekten Abfahrtsverhältnisse nutzen, oder durch den Bruchharsch südseitig in Richtung Sexten, nserem geplanten Ziel. Die Entscheidung war rasch getroffen, als uns von Süden aufsteigende Tourengeher von sehr schlechten Bedingungen berichteten.

Bevor es allerdings wieder retour nach Kartitsch ging, krönten wir den strahlenden Tag mit der Besteigung der Hollbrucker Spitze (2573m). Über einen schmalen Grat und nach leichter Kletterei ging es am Ende ohne Ski auf den Gipfel. Uns erwartete ein unglaubliches Panorama und eine Sicht bis hin zu den Drei Zinnen.

Beinahe freie Spurwahl bei perfekten Verhältnissen hieß es auch heute wieder bei der Abfahrt ins Tal, wo wir uns mit Jubel und Freude nach 6 gewaltigen Tagen in die Arme fielen! Was für eine Woche - mit einer glücklichen Wendung hinsichtlich der Wetterverhältnisse. Abgesehen von den Planänderungen, kann man zusammenfassend sagen, dass grandiose Tourentage mit einem perfekten Team, jeder Menge Spaß und vor allem jeder Menge Powder hinter uns liegen.

Good bye Osttirol. Goody bye Fischer Transalp 2020.