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Fischer Transalp 2018 - Tourentagebuch

Wir starten zu Hause! Die Fischer Transalp 2018 beginnt dort, wo die Wurzeln von Fischer verankert sind, nämlich in Oberösterreich! Von hier aus führt der Weg ab dem 26.03. in sieben Etappen über die Alpen bis nach Italien.

Die achte Transalp ist lang

Bevor sich die Fischer Transalp Crew auf ihren Weg macht, erkunden unsere Guides die geplante Route. Skiführer Stephan Skrobar gibt einen kleinen Einblick: "Der heurige Winter hat uns im gesamten Alpenraum viel Schnee gebracht, die Vorausetzungen für eine gute Transalp sind also gegeben. Neu ist, dass wir dieses Jahr die Alpen von Norden nach Süden überqueren, und nach der letztjährigen Tour im Westen diesmal relativ weit im Osten unterwegs sind.

Von Hinterstoder geht es durchs beeindruckende Sigistal Richtung Tauplitzalm und am nächsten Tag weiter zum ersten Highlight der Durchquerung: Über den Krippenstein auf den Dachsteingipfel. Lange Etappen stehen dann an, wenn es über die Steirische Kalkspitze und Obertauern, über Wastlkarscharte, Kattowitzer und Gmündner Hütte ins Maltatal geht. Die vorletzte Etappe führt uns nach Kötschach Mauthen, bis wir übers Valentintörl nach Collina, Italien kommen. Die Etappen in diesem Jahr habens in sich, dafür haben wir bei den Erkundungstouren wirklich schöne, unbefahrene Abfahrten gefunden, die auf die Teilnehmer warten. Wir freuen uns schon sehr auf Ende März."

Die Teilnehmer

Evelyn Gumpinger (AUT)

Ich hatte bisher eine geniale Skitouren Saison, doch die Fischer Transalp wird auf jeden Fall die Krönung dieser Saison sein! Ich freue mich schon darauf mit Gleichgesinnten aus aller Welt meine heimischen Berge zu erkunden.

Giacomo Miglietta (ITA)

DE: Das Überqueren von schneebedeckten Bergen auf Skiern bedeutet für mich ultimative Freiheit! Ich kann es kaum erwarten, meine Ski anzuschnallen und einfach los zu gehen. Ich freu mich sehr, ein Teil der Transalp 2018 zu sein!

Regina Neumeyer (GER)

Meine Freunde freuen sich, dass die Fischer Transalp jetzt losgeht - endlich werden sie nicht mehr gezwungen, mit mir am Wochenende loszuziehen.

Dany Vollenweider (SUI)

Die österreichischen Alpen von Nord nach Süd zu überqueren ist für mich das absolute Tourenhighlight der diesjährigen Saison. Ein für mich neues, landschaftlich sicher grandioses Gebiet, coole gleichgesinnte Tiefschneefreaks aus 5 verschiedenen Nationen... Was will das "Bergherz" mehr?

Emilie Aamodt (NOR)

In meiner Heimat Sogndal hatten wir einen wirklich guten Winter und so konnte ich bereits viele gute Skitage in dieser Saison verbringen. Jetzt freu ich mich aber schon richtig auf die Transalp 2018 und darauf, das restliche Team zu treffen.

Tyler Falk (USA)

Ich bin in dieser Saison viele Skitouren gegangen, habe einige Rennen mitgemacht, Lawinenkursen gegeben und bin Eisgeklettert um mich für die Transalp fit zu machen. Ich bin mir sicher es wird toll, die Alpen zu erkunden. 

Tag 1: Ried im Innkreis – Hinterstoder – Tauplitz

USA, Norwegen, Schweiz, Italien, Deutschland, Österreich – die achte Auflage der Fischer Transalp ist so international wie noch nie besetzt. Die Wettervorhersage zur ersten Etappe jedoch: nicht sehr rosig. Bereits am ersten Tag wirft uns das Wetter viele Fragezeichen auf und wir sind uns nicht sicher, ob die Überschreitung von Hinterstoder nach Tauplitz möglich ist.   

Doch von Beginn an: wir hatten einen außergewöhnlichen Start im Fischer Hauptquartier in Ried im Innkreis. Bei einem Rundgang in der Produktion können sich die Teilnehmer hautnah von der Qualität ihres Materials, auf dem sie die nächsten sieben Tage unterwegs sein werden, überzeugen.

Gerade noch den Geruch von Skiwachs und Metallspänen in der Nase, geht es auch schon los in Richtung Berge und ab in den Schnee. Das Wetter scheint vorerst auszuhalten, am Tempo der Bergführer lässt sich aber erahnen, dass es nicht besser werden soll. Die Truppe ist fit und bei stärker werdendem Wind und Schneefall werden rasch 1400hm überwunden.</p>
Am Sigistalsattel wird abgefellt und wir haben Glück, denn immer wieder gibt es kleine Sonnenfenster die uns die Sicht erleichtern. Auch die Schneedecke ist kompakt und so wird die Abfahrt wider Erwartens zum Genuss. Der zweite Anstieg ist schnell überwunden – gut so, denn an unseren knurrenden Mägen kann man erkennen, dass der Tag schon lang ist. Gut gelaunt legen wir noch eine Abfahrt hinter uns und brechen dann rasch auf Richtung Obertraun. Von dort aus geht es morgen zum höchsten Punkt der heurigen Transalp – dem Dachstein!

Tag 2: Über das Dachsteinmassiv in die Ramsau

Das Dachsteinmassiv ist eine der weitläufigsten und beeindruckendsten Bergformationen der Ostalpen und Heimat der östlichsten Gletscher der Alpen. Unsere Guides sind aus dieser Gegend und daher besonders interessiert daran, den Teilnehmern die Schönheit der Region zu zeigen.

Wir starten frühmorgens am Krippenstein mit einer kurzen Abfahrt zur Gjaidalm, und fliegen förmlich durch das Karstgebiet zur Simonyhütte. Pause, weil es doch ein bisschen winterlich ist. Weiter geht es Richtung Hoher Dachstein, vorbei an seinem westlichen Bruder, dem Niederen Dachstein und der Steinerscharte. Beides haben wir nicht gesehen, weil das Wetter nicht besser geworden ist… sondern schlechter.

Die kurzen Sichtfenster verschwinden, dafür gesellt sich Schneefall zum Nebel, während wir steiler Richtung Randkluft spitzkehren. Unter dem Gipfelaufbau legen wir Gurt und Steigeisen an und klemmen uns an die verlegten Fixseile. Es wird windig und trotzdem stehen eine gute halbe Stunde später alle am Gipfel. Wir genießen das Panorama und den unglaublichen Weitblick tief ins oberösterreichische in die eine Richtung und die markanten Gipfel der Hohen Tauern in die andere. Nein. Natürlich nicht. Wir sehen gerade mal das Gipfelkreuz und freuen uns daher umso mehr über die Gesellschaft und dass wir dieses Ziel gemeinsam erreicht haben.

Nach einem konzentrierten Abstieg und der Abfahrt durch den tiefer werdenden Schnee steigen wir zum Hunerkogel auf und fahren mit der Südwandgondel zur Türlwand. Dort angekommen blicken wir nochmals zurück auf unseren heutigen Gipfel. Als wollte er uns ärgern zeigt sich der Dachstein plötzlich in strahlendem Sonnenschein von seiner besten Seite. Wir grinsen und fahren durch den Wald Richtung Ramsau, dem Ziel des zweiten Tages.

Tag 3: Vom Preuneggtal nach Obertauern

Die Vielfalt an Bedingungen der ersten beiden Tage erlebt man oft nicht einmal in einer Woche. Geht es jedoch nach der Stimmung im Team, könnte man meinen es gab nur Sonnenschein - den erhoffen sich alle auf der dritten Etappe der Transalp.

Es schneit und schneit und schneit…. so auch beim Abmarsch aus Preunegg. Nicht gerade von Vorteil bei einem flachen 7 Kilometer langen Zustieg in Richtung Steirischer Kalkspitze. Dennoch geht es rasch voran. Nach 1,5 Stunden geht es endlich bergauf - und das gleich mal satte 1500 Höhenmeter.

Die vergehen heute wie im Flug, denn endlich strahlt uns die Sonne ins Gesicht und das grenzenlose Panorama der steirisch-salzburger Bergwelt leuchtet uns strahlend weiß entgegen. Unverhofft kommt oft und heute läuft alles wie am Schnürchen – ein Gipfelerfolg auf der steirischen Kalkspitze, eine tolle Abfahrt mit kurzem Gegenanstieg Richtung Obertauern, sogar ein kurzer Apreski Einkehrschwung und eine spielerische Abfahrt durchs Kinderland waren mit dabei. Wir sind bereit für die lange 4. Etappe! Einzig die Definition von „kurzer Gegenanstieg“ werden wir mit unseren Guides noch einmal diskutieren müssen.

Tag 4: Im Blindflug von Obertauern nach Zederhaus

Die heutige Tagesetappe bringt einiges an Ungewissheit mit sich. Zum einen, war unklar, wie die Tour aufgrund der „interessanten“ Bedingungen tatsächlich verlaufen wird. Zum anderen war unsere Umgebung nicht immer, oder fast nie, klar zu erkennen. Wir sind im Nebel gegangen…gestanden…gesessen. Und gefahren. Wir haben heute nicht viel gesehen, und trotzdem war es ein erinnerungswürdiger Tag.

Von der Gnadenalm zwischen Ober- und Untertauern starten wir Richtung Südwienerhütte. Es schneeregnet leicht, und es ist unangenehm warm. Nass von außen und nass von innen, sozusagen. Nach einer Kaffeepause auf der Hütte legt sich dichter Nebel über unseren Weg, und unser Guide Peter führt uns im Blindflug bis zum Höllkogel.

Dort warten wir auf zumindest so viel Sicht, um die erste Abfahrt, den erneuten Aufstieg zum Taferlnock und die anschließende Abfahrt nach Zederhaus sicher möglich zu machen. Um uns das Warten im Nebel etwas zu verkürzen, schieben wir eine Lawinensuchübung ein. Und warten weiter. Schließlich ist klar, dass hier nichts mehr klar wird. Wir wählen eine andere aber etwas sicherere Ersatzroute durch den Wald bis zur Raststation der Tauernautobahn. Eine Abfahrt, die im mystisch nebligen Wald erstaunlich viel Spaß gemacht hat.

Insgesamt war der heutige Tag in seiner Gesamtheit ein ganz spezieller in der Geschichte der Fischer Transalp. Die Bedingungen sind richtig ungemütlich und wir fragen uns Zwischendurch immer wieder mal „Was machen wir hier eigentlich?“ Und dennoch beenden wir auch diesen Tag mit strahlenden Gesichtern.

Tag 5: Im Schneesturm auf dem Weg zur Hochalmspitze

Frühstück um 5:30 – das stellt die Diskussionen zum Wetter gleich mal in den Hintergrund! Noch dazu steht heute eine „Monsteretappe“ an, vor uns liegen 2200 Höhenmeter im Aufstieg. Erstmals werden die Ski noch bei Dunkelheit angeschnallt. Täglich grüßt das Murmeltier heißt es jedoch was das Wetter angeht, wieder einmal starten wir unsere Tour bei ungemütlichem Schneefall. Aber lassen wir das Wetter mal kurz zur Seite.

Ziel ist die Hochalmspitze, mit 3360m die höchste Erhebung der Ankogelgruppe bzw. die Steinernen Mandln zur Überquerung nach Mallnitz. Der Dachstein ist also doch nicht der höchste Gipfel der heurigen Transalp – oder doch?

Ja leider, denn diesmal gibt es wirklich kein Weiterkommen. Kurz vor dem Ziel, nach langen 1800 Höhenmetern zwingen uns 40cm Neuschnee, starker Wind und schlechte Sicht zur Umkehr. Die Belohnung für die zurückgelegten Höhenmeter sind immerhin perfekter Pulverschnee und im Laufe der Abfahrt auch noch bessere Lichtverhältnisse, sodass aus der Gruppe gar Stimmen zum erneuten Auffellen ertönen. Aber nichts da – schlussendlich lockt uns doch ein sattes Mittagessen und Kaffee.

Das wars aber noch nicht für heute - die Planung der nächsten zwei Tage bereitet Kopfzerbrechen. Schwierige und anspruchsvolle Touren stehen an – und das bei noch schlechter werdenden Verhältnissen und massivem Neuschnee. Eine Entscheidung muss her und die heißt: Planänderung.  

Es zieht uns zurück in die Nordalpen, hier bietet sich die einzige Chance um doch noch einmal die Sonne zu sehen oder zumindest nochmal Aufsteigen zu können. Die Jeeps werden aufgesattelt und die Truppe macht sich auf den Weg retour. Es geht noch einmal auf den Dachstein – diesmal von Süd nach Nord!

Tag 6 – wir kehren zurück

So gerne wir auch an der geplanten Route festhalten würden, das Wetter lässt einfach kein sicheres und definitiv kein sinnvolles Aufsteigen zu. Was macht man in so einem Fall? Suchen nach Alternativen. Umplanen.

Früh geht es los durch das Edelgrieß auf den Dachsteingletscher. Zumindest ist Anfangs etwas blauer Himmel zu sehen aber auch heute zieht es nach den ersten Metern zu und der Schneefall setzt ein. Und obwohl wir dieses Szenario jetzt schon gewohnt sind, ist heute an der Stimmung der Truppe zu erkennen, dass die Hoffnung nach etwas Sonne groß war.

Keine Besserung in Sicht, vom Dachsteinplateau geht es mit kurzem Gegenanstieg Richtung Wiesberghaus. Von dort im Schneematsch und Regen nach Hallstatt, die letzten 30 Minuten zu Fuß, die Skier am Rücken, dem Hallstättersee entgegen.

Mir der Rückkehr nach Oberösterreich und weiterhin keiner Wetterbesserung in Sicht, sind wir gezwungen die Transalp 2018 ausklingen zu lassen. Sechs anstrengende und zehrende Tage liegen hinter uns. Man würde meinen nach so einer Woche ist jeder froh wieder retour zu sein…aber nein, kaum sind die Ski verstaut, ertönen schon die ersten Fragen zur Transalp 2019.