13.03.2018

Skiing in Georgia? Yes you can!

Im Februar 2018 reisen die zwei Fischer Freeskierinnen Sabine Schipflinger und Melissa Presslaber nach Georgien, um dort in eine andere Welt einzutauchen. In Georgien kann man skifahren? Yes you can! Dieses Land bietet etliche Freeride Möglichkeiten berichten uns die beiden.

Um 4 Uhr morgens erreichen wir völlig verschlafen den Flughafen Kutaissi. Uns erwartet Nick Phaliani, unser Ansprechpartner vor Ort, Taxifahrer, Guide, Host und Organisationstalent für alle Fälle. In seinem Minivan geht es in knapp fünf Stunden auf holpriger Fahrt nach Mestia, unserem Ausgangspunkt für die nächsten zehn Tage. Wir werden willkommen geheißen mit Sonnenschein, Tiefschnee und einem grandiosen Panorama. Da nimmt man doch gerne wenig Schlaf in Kauf und so geht’s am ersten Tag gleich direkt weiter nach Tednuldi ins Skigebiet. Ein Sessellift ist ausgefallen. Wie sich später herausstellt, wird es Wochen dauern, bis der Lift wieder funktioniert, da die Ersatzteile von Frankreich organisiert werden müssen. Zum Glück haben wir unsere Felle mit dabei, denn an der Bergstation eröffnet sich eine riesige nordseitige Bowl mit etlichen Freeridemöglichkeiten.

Hier in Georgien ticken die Uhren etwas langsamer. Stress? Fehlanzeige. Die Lifte öffnen erst um 10 Uhr. Als Europäer ist man verwöhnt von der Infrastruktur in den Alpen, aber gerade deshalb sind wir hier, um Abenteuer zu erleben. Jeden Tag ist es aufs Neue eine Herausforderung den Berg hochzukommen, denn die Straßen werden nicht geräumt. Tiefe Spurrillen und etliche Ausweichmanöver mit Kontakt zu anderen Autos sind keine Ausnahme. Die folgenden Tage verbringen wir im Skigebiet, hiken ein paar coole Lines und genießen die Umgebung, die Langsamkeit und das leckere Essen.

Doch zurück nach Mestia. Mestia ist eine Kleinstadt im nordwestlichen Georgien und liegt auf einer Höhe von etwa 1500m im Großen Kaukasus. Sie ist der Hauptort der historischen Region Swanetien und gehört wegen ihrer Steintürme zum Unesco Welterbe. Dort sind wir bei Nicks‘ Familie in einem Gästezimmer untergebracht. Tagsüber sind wir am Berg, am Abend kocht uns die Mama hervorragende georgische Köstlichkeiten. Cha Cha, der lokale Schnaps darf dabei nicht fehlen…

Nachdem wir ausgiebig die Umgebung rund um das Skigebiet Tednuldi und Hatsvali erkundet haben, geht es für uns nach Ushguli. Ein Paradies zum Tourengehen mit Möglichkeiten in alle Hangrichtungen und Schwierigkeiten.

Ushguli ist ein kleines Bergdorf auf 2200 Meter Höhe. Rund 250 Menschen leben hier, 6 Monate liegt hier Schnee, die Straße nach Mestia ist oft gesperrt, das Leben ist hart hier in den Bergen… Es ist eine abenteuerliche Fahr dort hin. In einem tief eingeschnittenen Tal schlängelt sich die Bergstraße hoch. Meterhohe Schneewände, rechts geht es tief in den Graben hinunter. Am späten Abend erreichen wir bei Schneegestöber Ushguli. Direkt vom Guesthouse starten wir am nächsten Tag unsere Skitour, in der Ferne leuchtet uns der Schchara, mit 5200 Metern der höchste Berg Georgiens entgegen. Und wieder haben wir Glück mit Wetter und Schnee. Knappe tausend Höhenmeter feinster Powder, herrlich!

Viel zu schnell ist die Zeit hier vergangen und wir müssen bereits wieder Abschied nehmen. Nach zehn Tagen geht es wieder zurück nach Europa, zurück in den Alltag. Schade, denn das stressfreie Leben hier, das Zusammenleben von Mensch und Tier, das Chaos auf den Straßen, das leckere Essen, es wird mir fehlen. Wir durften sehr nette Menschen kennenlernen, das georgische Essen war sensationell, die Landschaft unglaublich schön und unser Team hatte jede Menge Spass! Den Plan 'nur' mit Fotos nach Hause zu kehren haben wir noch vor Ort verworfen - das Land und die Leute sind zu spannend, um dies nicht in die Welt hinauszutragen. Im Herbst wird es dann einen Film darüber geben…

Georgien ist auf alle Fälle eine Reise wert – ich hoffe wir kommen wieder!

Text: Melissa Presslaber

Athleten in diesem Artikel

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